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Spahn lässt Infektionsfälle im Altenheim in Belm prüfen

Belm  

Spahn lässt Infektionsfälle im Altenheim in Belm prüfen

08.02.2021, 15:45 Uhr | dpa

Spahn lässt Infektionsfälle im Altenheim in Belm prüfen. Jens Spahn spricht

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

In einem Alten- und Pflegeheim im Kreis Osnabrück zeigt keiner der mit der Coronavirus-Variante B.1.1.7 infizierten und zuvor geimpften Bewohner schwere Krankheitssymptome. Man sei auch guter Dinge, dass dies so bleibe, sagte Geschäftsführer Tim Rotthaus. "Allerdings kann ich natürlich nicht in die Zukunft blicken." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Fall prüfen lassen. Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer sah unterdessen keinen Anlass zur Beunruhigung.

Die Einrichtung in Belm (Landkreis Osnabrück) zählt rund 160 Mitarbeiter und verfügt über 100 Plätze. Von den Beschäftigten wurde keiner auf die Virus-Variante positiv getestet. Dennoch sind alle in sogenannter Familien- oder Arbeitsquarantäne - das bedeutet, dass sie nur für den Weg zur Arbeit die 14-tägige Quarantäne verlassen dürfen. Es gebe in diesem Fall keine Möglichkeit, sich vorzeitig frei testen zu lassen, betonte der Sprecher des Landkreises Osnabrück, Burkhard Riepenhoff.

Der Fall wird auch das Robert Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut beschäftigten. Er habe beide Institute am Montag um eine Prüfung gebeten, sagte Spahn in Berlin. Er betonte, es könne mehrere Erklärungen für die Infektionen geben. Unter anderem könne es sein, dass die Patienten bereits vor vielen Wochen mit dem Coronavirus infiziert waren, die Infektionen aber unerkannt geblieben seien. Auch sei nicht auszuschließen, dass die Impfungen die Infektionen nicht verhindert hätten, sondern nur den Krankheitsverlauf abmilderten.

Für den Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, ist der Fall kein Warnsignal - im Gegenteil: "Das ist nicht besorgniserregend, sondern zeigt, dass die Impfung funktioniert." Da es in dem Heim bislang keine schweren Verläufe gegeben habe, könne man davon ausgehen, dass die geimpften Bewohner dem Virus nicht komplett schutzlos ausgeliefert waren.

Ähnlich argumentierte der Bremer Virologe Andreas Dotzauer. Nach der ersten Impfung vergingen etwa zehn Tage, bis schützende Antikörper nachgewiesen würden und nach der zweiten Impfung brauche es noch mal Zeit, bis sich die besonders starken Antikörper gebildet hätten, sagte der Leiter des Laboratoriums für Virusforschung der Universität Bremen auf Anfrage.

Neben der Vermeidung von Infektionen sei es auch ein Ziel, die Symptomatik und Schwere des Krankheitsverlaufes drastisch zu reduzieren. Das sei in Belm nach bisherigem Stand offenbar der Fall, und das selbst bei der Virus-Variante. Alle Bewohner des Heims hatten am 25. Januar die zweite Impfung mit Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer erhalten.

Biontech wies in einer Reaktion darauf hin, dass der Impfstoff sieben Tage nach der zweiten Impfung zu 95 Prozent vor der Erkrankung schütze - ersten Analysen nach wohl auch bei B.1.1.7. "Sollten Menschen trotz der Immunisierung an Covid-19 erkranken, ist das Ziel der Impfung, vor einem schweren Krankheitsverlauf zu schützen", hieß es weiter. Dass alle positiv getesteten Bewohner asymptomatische oder leichte Verläufe haben, spreche nach aktuellem Kenntnisstand für die Impfung und die daraus folgenden positiven Effekte.

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