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Eis noch viel zu dünn: Erneut Menschen eingebrochen

Langenfeld (Rheinland)  

Eis noch viel zu dünn: Erneut Menschen eingebrochen

11.02.2021, 11:41 Uhr | dpa

Eis noch viel zu dünn: Erneut Menschen eingebrochen. Feuerwehr

Feuerwehrmänner sitzen in ihrem Fahrzeug. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Trügerische Eisflächen haben in NRW erneut Menschen in große Gefahr gebracht. In Düsseldorf brach am Donnerstag ein 49 Jahre alter Jogger in einem vom Rhein-Hochwasser überfluteten Gebiet ein. In einer dramatischen Rettungsaktion konnte er erst nach einer halben Stunde mit Hilfe der Wärmebildkamera eines Hubschraubers gerettet werden. Stark unterkühlt kam er in ein Krankenhaus. Im rheinischen Langenfeld waren zuvor am Mittwochabend zwei 19-Jährige in einen zugefrorenen See eingebrochen. Sie konnten sich noch selbst ans Ufer retten, wo jedoch einer von ihnen entkräftet liegenblieb. Auch er kam in ein Krankenhaus. Mehrere Feuerwehren warnten erneut vor dem Betreten nicht freigegebener Eisflächen. "Das Eis ist noch zu dünn", twitterte die Feuerwehr Neuss. Es bestehe Lebensgefahr.

Auch sonst sorgten die Auswirkungen des Schneeunwetters und die eiskalten Temperaturen vielerorts weiterhin für Probleme. Auf einem schneeglatten Wirtschaftsweg in Brakel im Kreis Höxter rutschte am Donnerstag ein Schweinetransporter mit 90 Tieren in einen Graben. 14 Tiere verendeten. Der 58 Jahre alte Fahrer blieb unverletzt, wie die Polizei berichtete. In Bad Salzuflen im Kreis Lippe brach am Mittwochabend das Dach einer Industriehalle unter der Schneelast teilweise ein. Das 60 mal 5 Meter lange Schleppdach begrub zwei Lastwagen-Anhänger unter sich, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzt wurde niemand.

Der Bahnverkehr blieb vor allem in den nördlichen Landesteilen auch am Donnerstag deutlich eingeschränkt. Auf zahlreichen Linien fuhren weiterhin keine Züge. Auf anderen gab es Teilausfälle und Verspätungen. Auf einigen Strecken wurden Busnotverkehre eingerichtet. Im Münsterland und im Raum Hamm-Bielefeld seien weiterhin Schneepflüge unterwegs, berichtete ein Sprecher der Deutschen Bahn. Dort seien noch nicht alle Strecken wieder befahrbar. Auch seien wegen der extremen Kälte noch Weichen festgefroren. In mehreren Städten war der Bus- und Straßenbahnverkehr weiterhin stark eingeschränkt, etwa in Essen oder Bielefeld.

Der Autoverkehr normalisierte sich weiter. Auf der A2 bei Bielefeld, wo in den vergangenen Tagen mehrfach Lastwagen liegengeblieben waren, herrschte am Nachmittag ein "ganz normales Tagesgeschehen", wie ein Polizeisprecher sagte. Vereinzelt gebe es Staus an Baustellen. "Glücklicherweise ist das Chaos vom Wochenende vorüber." Wegen der Gefahr herabstürzender Eiszapfen sperrte der Landesbetrieb Straßenbau in und bei Aachen zwei Straßentunnel.

Die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen nur langsam an. Nachts wird es je nach Region bitterkalt. In der Nacht auf Samstag können sie in Westfalen erneut auf bis zu minus 20 Grad sinken, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Am Sonntag werden im Rheinland bis zu drei Grad erwartet. Es bleibt sonnig. Mit neuen Niederschlägen rechnen die Wetterexperten nicht.

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