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Britische Corona-Variante: 80 Menschen unter Quarantäne

Hamm  

Britische Corona-Variante: 80 Menschen unter Quarantäne

16.02.2021, 08:29 Uhr | dpa

Britische Corona-Variante: 80 Menschen unter Quarantäne. Einsatzkräfte der Polizei

Einsatzkräfte der Polizei unterhalten sich durch ein Fenster mit einem Mann. Foto: Bernd Thissen/dpa (Quelle: dpa)

Nach dem Nachweis der britischen Variante des Coronavirus bei einem Bauarbeiter in Hamm stehen 80 Menschen unter Quarantäne. Ein Sicherheitsdienst überwacht die Einhaltung der Isolation in insgesamt vier Mehrfamilienhäusern und mehreren weiteren Wohnungen, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Demnach war am Montag ein Montage-Arbeiter bulgarischer Herkunft positiv auf die britische Variante B.1.1.7 getestet worden. Bei einer weiteren Familie wurde das Coronavirus nachgewiesen, aber noch nicht die Mutation.

Man gehe davon aus, dass der mit der britischen Variante infizierte Arbeiter "mit sehr großer Wahrscheinlichkeit" Kontakte zu Kollegen in den anderen Häusern hatte, sagte Einsatzleiter Detlef Burrichter. Viele der Arbeiter sind im Trockenbau auch im Münsterland tätig. Teilweise würden sie gemeinsam in Kleinbussen zur Arbeit fahren.

Aufgrund dieser besonderen Arbeits- und Wohnumstände sei es wichtig gewesen, "dass wir die Liegenschaften im Ganzen testen, wenn wir ein klares Bild haben wollen", sagte Hamms Oberbürgermeister Marc Herter (SPD). Die Wohnverhältnisse in den Häusern mit überwiegend bulgarischen Arbeitern bezeichnete er als "unübersichtlich". Alle Bewohner hätten sich bei den Tests aber kooperativ gezeigt. Hinweise, dass Schulen oder Kitas betroffen sein könnten, gebe es nicht. "Alle Kinder, die dort wohnen, waren in den vergangenen Wochen nicht in Schule oder Kita."

Vier mobile Testteams waren mit Unterstützung zahlreicher Polizisten bis in die Nacht zum Dienstag unterwegs, um alle infrage kommenden Bewohner und Kontaktpersonen aufzuspüren und PCR-Testungen vorzunehmen. Die Proben sollen dann zunächst auf das Coronavirus und im Fall eines positiven Ergebnisses auf die britische Variante untersucht werden. "Wir hoffen, dass wir mit diesen Maßnahmen dem Virus die Verbreitungswege abgeschnitten haben. Wir haben eine Reihentestung aller dort lebenden Personen durchgeführt", sagte Herter.

Einsatzleiter Burrichter berichtete, es seien insgesamt 79 PCR-Tests durchgeführt worden. Mit einem besonderen Analyse-Verfahren (Sequenzierung) werde nun untersucht, ob weitere Fälle der englischen Virus-Variante nachgewiesen werden können. "Bisher haben wir noch keine Ergebnisse, weil das Analyseverfahren länger dauert", sagte der Hammer Stadtsprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Untersuchung der PCR-Proben auf die britische Mutation kann wegen des komplizierten Verfahrens bis zu einer Woche dauern.

Zunächst hieß es, bis zu 140 Menschen der bulgarischen Community könnten derzeit in den vier betreffenden Wohnhäusern leben. Es seien aber nur 80 Personen angetroffen worden. Bei den übrigen dort Gemeldeten geht die Stadt davon aus, dass sie sich derzeit im Ausland aufhalten.

In weißen Schutzanzügen gekleidete Polizeibeamte überwachten seit Montag zunächst die Einhaltung der Quarantäne und kontrollierten auch außerhalb der Gebäude die Personalien. Im Laufe des Tages wurde die Polizei von einem Wachdienst abgelöst.

Zur Gefahrenabwehr war am Montag ein Krisenstab unter Leitung von Oberbürgermeister Herter gebildet worden. "Wir haben unverzüglich geeignete Maßnahmen beschlossen", sagte Herter. "Die britische Mutante des Coronavirus ist hochansteckend. Um die Ausbreitung zu verhindern, waren diese Maßnahmen das Gebot der Stunde."

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