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Erneut Impfschwindel im Pflegeheim

Schwandorf  

Erneut Impfschwindel im Pflegeheim

18.02.2021, 17:33 Uhr | dpa

Erneut Impfschwindel im Pflegeheim. Impfung

Eine Mitarbeiterin des Impfteams überprüft eine Spritze. Foto: Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

In der Oberpfalz haben nach Angaben des Landratsamtes Schwandorf in einem Pflegeheim mindestens 20 nicht berechtigte Personen eine Corona-Impfung erhalten. Wie der Sprecher der Kreisbehörde, Hans Prechtl, am Donnerstag berichtete, habe das Heim die Impf-Kandidaten als Mitarbeiter ausgegeben, damit die Betroffenen eine Dosis erhielten. Tatsächlich habe es sich nur um Angehörige von Mitarbeitern des Heims gehandelt. Zuvor hatten mehrere Medien über den Impfschwindel berichtet.

Die Stadt Schwandorf als Träger der Einrichtung reagierte verständnisvoll. "Aufgrund der Erfahrung des Personals im Hause mit schweren Verläufen der Corona-Erkrankungen waren die Mitarbeiter des Hauses sehr um die Gesundheit ihrer Angehörigen besorgt", hieß es in einer Mitteilung. Da die Geimpften korrekt registriert wurden, handele es sich strafrechtlich nicht um Betrug, sondern um einen nicht sanktionierten Verstoß gegen die Priorisierung der Impfverordnung.

Nichtsdestrotrotz betonte Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU): "Aus Sicht der Stadt ist hier ein schwerer moralischer Fehler geschehen, für den wir die Verantwortung übernehmen." Der Fall werde aufgearbeitet und Konsequenzen gezogen. Feller entschuldigte sich auch bei allen Menschen, die durch diesen Umstand länger auf einen Impftermin warten mussten.

Seit einiger Zeit gibt es aus ganz Deutschland Berichte über Vordrängler bei den Impfungen. Insbesondere Kommunalpolitiker hatten sich bereits impfen lassen, obwohl sie noch nicht an der Reihe waren. In zwei Augsburger Pflegeheimen ließen die Heimleiter ihre Lebenspartner impfen. Auch dort sollen diese fälschlich als Mitarbeiter ausgegeben worden sein. Augsburgs Bischof Bertram Meier hatte sich erst am Mittwoch öffentlich dafür entschuldigt, dass auch er sich eine frühe Impfung gesichert hatte.

Dem Schwandorfer Impfteam war der Schwindel wegen Namensdoubletten aufgefallen, als die Geimpften nachträglich ins Computersystem aufgenommen wurden. "In erstaunlich vielen Fällen sind dabei Familiennamen mehrfach aufgefallen", sagte Prechtl. Durch Recherchen kam dann der Schwindel ans Licht.

Das Landratsamt hat den Vorfall den Aufsichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft gemeldet. Diese Stellen müssten nun entscheiden, ob es Konsequenzen gibt, erklärte der Behördensprecher.

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