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Auf der Meyer-Werft könnten über 600 Jobs wegfallen

Papenburg  

Auf der Meyer-Werft könnten über 600 Jobs wegfallen

22.02.2021, 15:49 Uhr | dpa

Auf der Meyer-Werft könnten über 600 Jobs wegfallen. Ein Modul eines Kreuzfahrtschiffes steht in der Meyer-Werft

Ein Modul eines Kreuzfahrtschiffes steht in einer Halle der Meyer-Werft in Papenburg. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Beim kriselnden Kreuzfahrtschiffbauer Meyer-Werft an der Ems steht nach Angaben des Betriebsrates der Abbau von mehr als 600 Arbeitsplätzen im Raum. Diese Zahl nannten die Arbeitnehmervertreter am Montag in Papenburg nach Gesprächen mit der Geschäftsführung. Die Firmenleitung äußerte sich zu den Zahlen nicht. Es gebe ein Angebot, über das aber noch verhandelt werden müsse, sagte ein Sprecher.

Nach Angaben der IG Metall fordert die Geschäftsführung außerdem, dass jeder Arbeitnehmer 200 Stunden Mehrarbeit ohne Bezahlung leisten soll. Lohnerhöhungen soll es nur geben, wenn die Meyer-Werft wieder Gewinne in einer bestimmten Höhe erziele.

Wegen des Stillstands der Kreuzfahrtbranche in der Corona-Pandemie hat die familiengeführte Werft zwar keine Aufträge verloren. Sie muss ihre Ozeanriesen aber langsamer bauen und über die kommenden Jahre 1,2 Milliarden Euro einsparen. Auf der Werft und den Tochterfirmen in Papenburg arbeiten etwa 4500 Menschen.

"Wir werden dies nicht hinnehmen und um jeden Arbeitsplatz und jede Person kämpfen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Nico Bloem. Die Arbeitnehmerseite vermutet, die Leitung wolle in der Krise große Teile der Stammbelegschaft durch billigere Werkvertragsarbeiter ersetzen.

Zugleich teilte die Werft am Montag mit, mit dem Brennstart habe der Bau eines neuen Kreuzfahrtschiffs für die britische Reederei P&O Cruises begonnen. Die "Arvia" werde mit Flüssiggas LNG angetrieben und sei wie ihr 2020 fertiggestelltes Schwesterschiff "Iona" für mehr als 5000 Passagiere ausgelegt. Der Brennstart, das Zuschneiden der ersten Stahlplatten, wird im modernen Schiffbau so gefeiert wie früher die Kiellegung.

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