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Schiff aus Wilhelmshaven startet zur Embargokontrolle

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Schiff aus Wilhelmshaven startet zur Embargokontrolle

03.03.2021, 08:46 Uhr | dpa

Schiff aus Wilhelmshaven startet zur Embargokontrolle. Der Einsatzgruppenversorger "Berlin" kommt im Marinehafen an

Der Einsatzgruppenversorger "Berlin" kommt im Marinehafen an. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Das Marineschiff "Berlin" wird mit einer nahezu vollständig geimpften Besatzung von Wilhelmshaven aus an diesem Freitag zu einem EU-Einsatz ins Mittelmeer aufbrechen. Mehr als 90 Prozent der 218 Besatzungsmitglieder hätten freiwillig ein Impfangebot angenommen, sagte ein Marinesprecher am Mittwoch in Wilhelmshaven. Damit sei die Besatzung des Einsatzgruppenversorgers die erste Marineeinheit, die mit Impfschutz gegen das Coronavirus zu einer Auslandsmission starte. Die Soldaten werden zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen im Mittelmeer eingesetzt. Dort sollen sie Frachtschiffe kontrollieren, die in Richtung des Landes unterwegs sind.

Die Soldatinnen und Soldaten wurden demnach am vergangenen Montag mit Dosen des Herstellers Astrazeneca geimpft. Der Stoff kommt aus einem Impf-Kontingent für Bundesbedienstete. Die zweite Impfung soll dann in einigen Wochen durch den Schiffsarzt auf See erfolgen. Bislang gebe es für die Corona-Impfungen noch keine sogenannte Duldungspflicht, sagte der Marinesprecher. Das heißt, jeder Soldat kann aktuell selbst entscheiden, ob er sich impfen lässt.

Die "Berlin" soll den Planungen zufolge am Freitag um 16.00 Uhr von Wilhelmshaven auslaufen. Das mehr als 170 Meter lange Multifunktionsschiff wird dann Mitte März im Einsatzgebiet erwartet. Derzeit ist Deutschland mit einem Seefernaufklärungsflugzeug des Typs P-3C Orion an dem EU-Einsatz beteiligt.

Bereits vor einigen Tagen musste sich die Besatzung von Freunden und ihren Familien verabschieden. Zur Isolation sind die Soldaten in einem Hotel in Hannover untergekommen. Jeder bleibe dabei zwei Wochen lang für sich. Dies sei nötig, um sicherzustellen, dass alle coronafrei in den Einsatz starten, sagte der Sprecher. Eine Kaserne komme aus Platzgründen für die Quarantäne nicht in Frage.

Zuletzt hatte die Bundeswehr sich von August bis Dezember vergangenen Jahres mit einem Schiff am EU-Einsatz "Irini" beteiligt. Die Besatzung der Fregatte "Hamburg" stoppte damals unter anderem einen Tanker, der illegal Kerosin nach Libyen bringen sollte. Für Aufsehen sorgte zudem die Durchsuchung eines verdächtigen türkischen Containerschiffes im November. Sie musste wegen eines Vetos der türkischen Regierung abgebrochen werden und löste einen politischen Eklat aus.

Ziele von "Irini" sind die Stabilisierung des nordafrikanischen Bürgerkriegslandes Libyen sowie die Unterstützung des UN-geführten politischen Friedensprozesses. Neben Waffenschmuggel soll sie auch Ölschmuggel verhindern. In Libyen herrschen seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Gewalt und Chaos. Zuletzt wurde Anfang Februar Abdul Hamid Dbaiba zum Chef einer neuen Übergangsregierung bestimmt. Diese soll die beiden Regierungen ablösen, die bisher in dem Land um die Macht konkurrieren.

Für die EU ist eine Lösung des Libyenkonflikts auch deswegen wichtig, weil die Zustände in dem Land das Geschäft von Schlepperbanden begünstigen, die Migranten illegal über das Mittelmeer nach Europa bringen. Bereits 2020 hatte die EU erste Sanktionen wegen Verstößen gegen das Waffenembargo der Vereinten Nationen gegen Libyen verhängt. Sie trafen Unternehmen aus der Türkei, Jordanien und Kasachstan, die am Transport von Kriegsmaterial beteiligt gewesen sein sollen.

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