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Wirtschaft für Corona-Schnelltests, aber auch Bedenken

Potsdam  

Wirtschaft für Corona-Schnelltests, aber auch Bedenken

05.03.2021, 07:30 Uhr | dpa

Wirtschaft für Corona-Schnelltests, aber auch Bedenken. Coronavirus - Schnelltests

Negative Corona-Schnelltests. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Cottbus (dpa/bb)- Für Unternehmen und Verbände in Brandenburg sind Corona-Schnell- und Selbsttests eine Möglichkeit für Öffnungen und Lockerungen im Lockdown - sie haben einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zufolge aber auch Bedenken. Schnelltests werden derzeit punktuell, aber noch nicht in größerem Umfang eingesetzt.

So sieht der Chemiekonzern BASF am Standort Schwarzheide solche Schnelltests eher kritisch. Massentests brächten der Erfahrung nach keinen zusätzlichen Nutzen, teilte eine Sprecherin des Unternehmens in Schwarzheide mit. Aufgrund der Größe des Standortes wäre mit einer hohen Anzahl falsch positiver Testergebnisse zu rechnen. Diese müssten extern durch einen PCR-Test bestätigt werden und führten damit zu einer zusätzlichen Belastung der Testzentren.

Mit dem konsequenten Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln sowie dem Angebot für mobiles Arbeiten sei man bereits erfolgreich, hieß es weiter vom Unternehmen. Zudem gelte in Schwarzheide die Regel, dass Mitarbeiter mit Erkältungssymptomen konsequent zuhause bleiben.

Hingegen werden beim Energieunternehmen Leag nach Konzernangaben Schnelltests bereits seit dem vergangenen Jahr vom Betriebsarzt durchgeführt. In einem Corona-Verdachtsfall gebe es zudem die Möglichkeit, mit einem Antigen-Schnelltest Klarheit zu schaffen, berichtete Leag-Sprecher Thoralf Schirmer. Die Betriebsärztin habe mit ihrem Team inzwischen einige Hundert solcher Tests durchgeführt.

Am Anfang sei Schirmer zufolge nur Personal getestet worden, das im Schichtbetrieb im Kraftwerk und Tagebau arbeite. Inzwischen würden alle Mitarbeiter getestet - auch bei leichten Symptomen, die auch von einem ganz normalen Infekt verursacht sein könnten oder auch, wenn die Frage eines Erstkontaktes nicht geklärt sei. Seit Januar werden nach Leag-Angaben zudem polnische und tschechische Mitarbeiter der LEAG-Tochterfirma TSS, die über die Grenze kommen, getestet.

Bei Höffner Möbel in Cottbus-Willmersdorf wird seit zweieinhalb Monaten immer montags getestet. Die Schnelltests würden vor Dienstbeginn durch geschultes externes Personal vorgenommen, sagte ein Sprecher in Cottbus.

Die Spreewald Therme in Burg (Spree-Neiße) hofft auf eine baldige Öffnung und zieht dann auch Schnelltests für die 140 Mitarbeiter in Betracht. Ein für die Durchführung von Tests ausgebildeter Mitarbeiter werde dann bei Öffnung eingesetzt, sagte Geschäftsführer Torsten Feiereis. Er habe noch keine Vorstellung, was das alles koste und wie oft getestet werden müsse. "Wir stehlen uns da aber nicht aus der Verantwortung und würden sicherlich einen Teil der Kosten übernehmen", sagte er. Nachgedacht werde auch über die Einführung einer App zur Kontakt-Nachverfolgung, um das Hygiene-Konzept zu ergänzen.

Die Gastrobranche in Brandenburg hält nichts von Schnelltests. "Schnelltests auf freiwilliger Basis - ja. Mir fehlt aber der Glaube, dass das in der Praxis funktioniert", sagte der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg, Olaf Schöpe. Für größere Betriebe könnte es eine Möglichkeit sein, für die vielen Kleinbetriebe in Brandenburg komme das eher nicht in Frage. Das würden auch die personellen Ressourcen nicht hergeben. Stattdessen schlug er Selbsttests vor einem Aufenthalt in Gaststätte oder Hotel vor. Einen Tisch bestellt zu haben, um sich vorher noch stundenlang zu einem Schnelltest anzustellen, nehme den Gästen den Spaß.

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