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Bertelsmann Stiftung muss wegen Corona kürzer treten

Gütersloh  

Bertelsmann Stiftung muss wegen Corona kürzer treten

16.03.2021, 13:09 Uhr | dpa

Die Bertelsmann Stiftung musste im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie deutliche Abstriche am Programm hinnehmen. Insgesamt wurden 74 Millionen Euro für 60 Projekte in den Bereichen Bildung, Demokratie, Europa, Gesundheit, Werte und Wirtschaft aufgewendet, wie der neue Vorstandsvorsitzende Ralph Heck am Dienstag in Gütersloh mitteilte. Im Jahr vor der Corona-Krise lagen die Ausgaben noch bei 90,5 Millionen Euro. Als einen Grund nannte Heck den Ausfall der Dividende-Zahlungen des Bertelsmann-Konzerns. Die Zahl der Mitarbeiter ging um 23 auf 363 zurück.

Die Bertelsmann Stiftung ist neben der Familie Mohn der Hauptanteilseigner des Konzerns und damit abhängig vom wirtschaftlichen Erfolg. "Ja, wir haben deshalb gelitten, konnten aber das Kostenniveau so weit einschränken, dass wir wirtschaftlich sehr gut durch das Jahr gekommen sind", erklärte Heck bei der Jahrespressekonferenz (online). "Für das laufende Jahr gehen wir von einem leicht erhöhten Budget aus", sagte Heck.

Vorstand Jörg Dräger verwies auf die Ziele Teilhabe und Chancengleichheit der Stiftung. "Wie schwierig das ist in einer weltweiten Pandemie, das hat uns Corona drastisch vor Augen geführt", sagte Dräger. Er verwies darauf, dass die Globalisierung sich ausgehend von China bereits schnell wieder erholt habe - im Gegensatz zum Dienstleistungssektor und den Perspektiven von Jugendlichen. "Es fehlen Praktikums- und Ausbildungsplätze", sagte Dräger. Die Wirtschaft habe 11 Prozent weniger Plätze angeboten, und 80 000 jungen Menschen seien im vergangenen Jahr ohne Ausbildungsplatz geblieben. "Das sind alarmierende Zahlen. Und wir schieben da eine kräftige Bugwelle vor uns her", sagte Dräger. Die Stiftung setze sich deshalb für eine staatliche Ausbildungsgarantie wie in Österreich ein.

Im laufenden Jahr will die Stiftung deshalb einen Schwerpunkt auf Zukunftsperspektiven für die Gesellschaft legen. Ende März erscheint eine Studie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und mit Zahlen zu den Zukunftssorgen besonders von jungen Menschen in der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Lage.

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