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Bundespolizei nimmt mutmaßliche Schleuser fest

Altenburg  

Bundespolizei nimmt mutmaßliche Schleuser fest

17.03.2021, 11:07 Uhr | dpa

Bundespolizei nimmt mutmaßliche Schleuser fest. Blaulicht

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Sie sollen Menschen einfach auf die Ladeflächen von Lkw und Kleintransportern gesetzt und sie unter lebensgefährlichen Bedingungen nach Deutschland gebracht haben: Die Bundespolizei hat im ostthüringischen Altenburg zwei mutmaßliche Schleuser sowie in Erfurt einen Beschuldigten festgenommen. Die Männer aus Syrien, Serbien und der Türkei sollen in sechs Fällen mindestens 85 Menschen nach Deutschland geschleust haben, wie die zuständige Bundespolizeidirektion in Halle mitteilte. Auch in Ronnenberg bei Hannover und in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern wurden Objekte durchsucht, dort gab es aber keine Festnahmen.

Ausgangspunkt der Ermittlungen sei das Aufgreifen von 19 geschleusten Syrern und Ägyptern, darunter 5 Kinder, in Bernstadt in Sachsen gewesen, hieß es. Zudem wurden auf den Autobahnen 4 und 17 weitere Schleusungen entdeckt und unterbunden. Die Staatsanwaltschaften Görlitz und Dresden leiteten Verfahren ein, die Bundespolizei übernahm in deren Auftrag die Ermittlungen. Die Menschen mussten den Angaben zufolge für den Transport auf der sogenannten Balkanroute vermutlich zwischen 3500 und 12 000 Euro an die Schleuser zahlen.

120 Beamte der Bundespolizei waren am Mittwoch in den vier Städten im Einsatz. In Erfurt wurde ein Mehrfamilienhaus durchsucht, in Altenburg und Ronnenberg jeweils zwei Objekte und in Greifswald eine Immobilie. Dabei stellten die Polizisten Beweismittel sicher, die nun ausgewertet werden müssen. Zudem wurde ein Fahrzeug beschlagnahmt, dass für Schleusungsfahrten benutzt worden sein soll.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern richten sich derzeit gegen insgesamt fünf Beschuldigte. Bei den Verdächtigen soll es sich den Angaben zufolge sowohl um Organisatoren als auch um Fahrer handeln. Sie sollen den "Schleuserlohn" genutzt haben, um ihren Lebensunterhalt in Deutschland zu bestreiten.

In einer ersten Meldung war zunächst von mindestens 58 Menschen gesprochen worden, die von den Tatverdächtigen geschleust worden seien. Diese Angabe bezog sich nach Angaben der Bundespolizei zunächst auf ein Verfahren. Die nun übermittelte Zahl von 85 Fällen beziehe sich auf zwei Verfahren, erklärte ein Sprecher.

An den Ermittlungen, die von der Bundespolizeiinspektion für Kriminalitätsbekämpfung in Halle geleitet werden, war nach Angaben des Sprechers auch die Polizeibehörde der Europäischen Union, Europol, beteiligt.

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