Sie sind hier: Home > Regional >

Mann soll Partnerin totgeprügelt haben: Prozessbeginn

Gera  

Mann soll Partnerin totgeprügelt haben: Prozessbeginn

23.03.2021, 03:34 Uhr | dpa

Mann soll Partnerin totgeprügelt haben: Prozessbeginn. Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Eine Gewalttat, wie sie immer wieder vorkommt: Ein 43-Jähriger aus Neustadt an der Orla muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Gera verantworten, weil er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft seine Partnerin im Juni 2020 brutal zu Tode geprügelt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten Deutschen Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Er soll mehrfach mit erheblicher Kraft insbesondere auf den Kopf und Brustkorb der Anfang 30-Jährigen geschlagen haben. Tags darauf habe die Frau über starke Kopfschmerzen geklagt.

Die Verletzungen der Frau wurden vom seinerzeit gerufenen Rettungsdienstler, dem ersten Zeugen, als schwerstwiegend geschildert. Neben "massiven Gesichtsfrakturen" seien am Körper der Frau blaue Flecken zu sehen gewesen, die verschiedenen Zeiträumen zuzuordnen waren - "von mehreren Tagen bis relativ frisch".

Laut Anklage soll der Mann den daraus resultierenden lebensbedrohlichen Zustand der Frau zwar erkannt, den Rettungsdienst aber erst gerufen haben, als er keinen Atem und Puls mehr wahrnahm. Spätere Reanimationshandlungen durch den Angeklagten und den Rettungsdienst hatten keinen Erfolg.

Der Angeklagte habe die Frau über lange Zeit eingeschüchtert und zu kontrollieren versucht. Immer wieder sei er dabei besonders aggressiv vorgegangen. Bereits ein halbes Jahr davor soll er folgenschwer mit einer Axt die Arme der Frau attackiert haben und sie mit dem Kopf gegen einen Holzklotz geschlagen haben, so die Staatsanwaltschaft.

Nach der Verlesung der Anklage kündigte die Verteidigung an, dass der 43-Jährige sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern wolle. Angaben wolle er zu einem späteren Zeitpunkt machen.

Es klingt wie ein schlimmer Einzelfall, doch das ist er nicht. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet, wie Statistiken des Bundeskriminalamts zeigen. Frauen aus allen Sozial- und Bildungsschichten sind von Gewalt betroffen. Männer aus allen Bildungs- und Sozialschichten können gewalttätig werden.

Seit dem ersten coronabedingten Lockdown 2020 wird in Deutschland vor einem Anstieg von Gewalt gegen Frauen gewarnt. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016) ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben - genauso wie für Nachbarn, Freunde oder Familienangehörige.

Für den Prozess sind zunächst fünf weitere Verhandlungstage bis zum 29. April angesetzt. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht eine lebenslange Haftstrafe. Eine Verurteilung wegen Totschlags könnte dem Angeklagten laut Strafgesetzbuch mindestens fünf Jahre Haft einbringen. Bei einer Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe "nicht unter drei Jahren" vor, in minder schweren Fällen ein Jahr bis zu zehn Jahre.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal