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Verbände enttäuscht über ausbleibende Öffnungsperspektiven

Jever  

Verbände enttäuscht über ausbleibende Öffnungsperspektiven

23.03.2021, 12:26 Uhr | dpa

Nach dem von Bund und Ländern beschlossenen Oster-Lockdown ist die Enttäuschung auch in der Tourismusbranche an der niedersächsischen Nordseeküste groß. "Es ist ein rabenschwarzer Tag", sagte die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Nordsee, Sonja Janßen, am Dienstag. Besonders enttäuscht sei der Verband, dass es nicht gelungen sei, mit einer von Touristikern, Kreisen und Gastgewerbe vorgelegten Vier-Säulen-Strategie, bestehend aus Impfen, Testen, digitaler Nachverfolgung und Hygieneregeln auf eine Öffnungs-Perspektive hinzuwirken. "Diese Konzepte wurden offensichtlich gar nicht wahrgenommen", sagte Janßen.

Dabei sei bereits im vergangenen Frühjahr gezeigt worden, dass eine schrittweise Öffnung des Individualtourismus etwa für Campingurlaube und Reisen in Ferienhäuser kein größeres Infektionsrisiko darstelle. "Es war nicht erkennbar, dass sich daraus eine weitere Infektionswelle ergeben hatte", sagte Janßen. Mit den Beschlüssen sei der Osterurlaub an der Küste nun "praktisch gestorben".

Die Küstenländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern waren bei den Beratungen am Montag mit einem Vorstoß gescheitert, den Osterurlaub im eigenen Land zu ermöglichen.

Göran Sell, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft der Ostfriesischen Inseln, kritisierte, dass es bei den Bund-Länder-Gesprächen nicht gelungen sei, den Widerspruch aufzulösen Fernreisen auf die Balearen zu ermöglichen, doch Inselurlaube in Deutschland zeitgleich zu untersagen. "Das ist schon heftig", sagte Sell. Dem Beschluss zufolge sollen Touristen bei der Rückkehr etwa von Mallorca nun zumindest auf Corona getestet werden, bevor sie auf den Inseln in den Flieger steigen. "Genau in diese Richtung zu denken hatten wir aber ja bereits angeboten", sagte Sell.

In der vergangenen Woche hatten die Ostfriesischen Inseln vorgeschlagen, als Modellregion zu fungieren. Sie möchten erproben, wie mit Corona-Tests bei der Anreise und während des Inselaufenthalts Urlaube an der Nordseeküste doch möglich seien könnten. Sell betonte, die Inseln stünden dafür weiterhin bereit. "Mein Wunsch ist wirklich, dass das Land die Regelung um die Modellregion nun auch mit Blick auf den Tourismus anpackt."

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