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Mehr Anmeldungen bei Tierseuchenkasse wegen Vogelgrippe

Jena  

Mehr Anmeldungen bei Tierseuchenkasse wegen Vogelgrippe

08.04.2021, 12:05 Uhr | dpa

Mehr Anmeldungen bei Tierseuchenkasse wegen Vogelgrippe. Vogelgrippe

Ein Schild mit der Aufschrift "Geflügelpest Sperrbezirk". Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Zahl der in der Thüringer Tierseuchenkasse registrierten Halter von Hausgeflügel ist mit dem Ausbruch der Geflügelpest deutlich gestiegen. Derzeit seien 22 000 Geflügelhalter registriert, sagte Geschäftsführer Karsten Donat am Donnerstag auf Anfrage. Das sind nach seinen Angaben 1000 mehr als vor Jahresfrist. Dabei mache sich der jetzige Ausbruch der Tierseuche bemerkbar, so Donat. "Wir merken das schon seit Dezember, als es die ersten Hinweise auf eine drohende Infektion gab." Hintergrund ist, dass betroffene Tierhalter nur dann eine Entschädigung für wegen der Seuche getötete oder nicht mehr verkäufliche Tiere erhalten, wenn sie ihr Federvieh ordnungsgemäß bei der Tierseuchenkasse registrieren.

In Thüringen ist das für Federvieh hochansteckende Influenzavirus H5N8 seit dem 22. März laut Gesundheitsministerium in rund 35 Geflügelhaltungen nachgewiesen worden. Betroffen seien kleine Geflügelhalter, sagte ein Ministeriumssprecher. In große Legehennenbetriebe sei das Virus bislang nicht vorgedrungen. Rund 1100 Tiere mussten wegen der Vogelgrippe, wie die Geflügelpest umgangssprachlich auch genannt wird, getötet werden. Rund 500 weitere Vögel verendeten. Mehrere Landkreise haben eine Stallpflicht für Hühner, Gänse, Enten und anderes Geflügel angeordnet.

Zuerst aufgetreten war die Tierseuche im Weimarer Land. Dort hatte ein Geflügelhof in Niederreißen Tiere aus einem von Infektionen betroffenen Betrieb aus der Nähe von Paderborn (Nordrhein-Westfalen) erworben und sie weiterverkauft. Betroffen sind inzwischen auch die Landkreise Sömmerda, Saale-Holzland, Saalfeld-Rudolstadt sowie die Städte Erfurt, Weimar und Jena.

In der Tierseuchenkasse gemeldete Halter haben bei bestimmten meldepflichtigen Tiererkrankungen auf finanzielle Entschädigungen, mit denen Verluste etwa durch Notschlachtung oder wegen Unverkäuflichkeit erkrankter Tiere abgemildert werden. Wegen der Vogelgrippe war das in Thüringen zuletzt 2017 der Fall.

Das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz (TLV) ordnete am Donnerstag als Konsequenz aus dem aktuellen Ausbruch an, dass Geflügel aus Betrieben ohne festen gewerblich angemeldeten Standort nur nach tierärztlicher Untersuchung verkauft werden darf. Die Untersuchung darf maximal vier Tage zurückliegen. Die Regelung zielt nach Ministeriumsangaben vor allem auf reisende Geflügelhändler, die ihre Tiere etwa auf Märkten anbieten. Sie müssen beim Verkauf eine entsprechende Bescheinigung vorweisen. So soll eine weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Käufer müssen laut Ministerium außerdem ihre vollständigen Kontaktdaten angeben. Hintergrund ist, dass Kunden des Geflügelhofs in Niederreißen teilweise Phantasienamen angegeben haben sollen. Dadurch war dem Veterinäramt die Kontaktverfolgung erschwert.

Die auch Vogelgrippe genannte Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird daher staatlich bekämpft. Zwar schließen Experten des Robert Koch-Instituts und des Friedrich-Loeffler-Instituts eine Übertragung der H5N8-Viren auf Menschen nicht aus, verweisen aber darauf, dass solche Krankheitsfälle bei Menschen noch nicht beobachtet worden seien.

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