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Stiftung Gedenkstätten: Geschichte im virtuellen Raum

Potsdam  

Stiftung Gedenkstätten: Geschichte im virtuellen Raum

12.04.2021, 12:49 Uhr | dpa

Stiftung Gedenkstätten: Geschichte im virtuellen Raum. Gedenkstätte Sachsenhausen

Blick auf den Eingangsbereich des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten setzt in Zeiten der Corona-Pandemie verstärkt auf Digitalisierung und Erinnerungsarbeit im Internet. Die digitale Debatte habe sich radikalisiert, da müsse etwas dagegen gesetzt werden, sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) am Montag auf der Online-Jahrespressekonferenz der Stiftung. Antisemitismus sei kein abgeschlossenes Kapitel aus dem Geschichtsunterricht, und antijüdische Hetze gebe es nach wie vor vor allem online. "Neue Erzählformen und virtuelle Veranstaltungen halten Geschichte am Leben", sagte sie. Für kommende Generationen werde sie damit begreifbar. Das Land unterstützt die Stiftung in diesem Jahr mit rund 3,7 Millionen Euro. Vom Bund kommen rund 3,35 Millionen Euro.

Die Stiftung betreut die früheren Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück sowie die Gedenkstätten für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel, im ehemaligen Zuchthaus Brandenburg-Görden und des Todesmarschs im Belower Wald.

Angesichts der Corona-Pandemie und der damit nicht möglichen Präsenzveranstaltungen sei es durch die neuen Formate trotzdem gelungen, dass die Gedenkstättenarbeit nicht zum Stillstand komme, sagte Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. "Das ersetzt natürlich nicht die Begegnung mit Zeitzeugen und der Arbeit vor Ort eins zu eins, sagte er. Vor der Pandemie seien in den Gedenkstätten pro Jahr etwa 800 000 Besucher jährlich gezählt worden. Im Vorjahr waren es knapp 140 000.

Gerade sei das Programm zum 76. Jahrestag der Befreiung online gegangen, sagte Drecoll. Das Programm "Spur.lab" beschäftige sich in Zusammenarbeit mit der Filmuniversität "Konrad Wolf" Potsdam mit Grenzen und Möglichkeiten virtuellen Erzählens an Tatorten von NS-Verbrechen. Es gehe dabei darum, historisches Lernen zu ermöglichen, sagte er.

Über Twitter, Facebook und Instagram konnten im Vorjahr nach Angaben der Stiftung mit der kurzfristig organisierten Social-Media-Kampagne zum 75. Jahrestag der Befreiung über 100 000 Menschen erreicht werden. Vor einem Jahr ging der offizielle YouTube-Kanal der Gedenkstätte Sachsenhausen an den Start. In sechs Monaten wurden die dort hochgeladenen Videos über 9000 Mal aufgerufen. Digitale Führungen kommen oft auf mehrere hundert Klicks.

In der Gedenkstätte Sachsenhausen läuft in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Buchenwald ein mehrjähriges Projekt zur Digitalisierung der Archiv- und Sammlungsbestände. Die Projektkosten in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro tragen das Landes-Kulturministerium und die Bundesbeauftragten für Kultur jeweils zur Hälfte. In der Gedenkstätte Ravensbrück werden Pilotprojekte für die Bildungsarbeit entwickelt. Eine Podcastserie startet im Mai durch die Gedenkstätten in Brandenburg an der Havel. Auch eine Website zur Geschichte der Euthanasiemorde ist dort in Arbeit.

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