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Schulbeirat lehnt Tests in Schulen ab

Potsdam  

Schulbeirat lehnt Tests in Schulen ab

14.04.2021, 13:56 Uhr | dpa

Schulbeirat lehnt Tests in Schulen ab. Schultisch

Ein Schnelltest und eine FFP2-Maske liegen auf einem Schultisch. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Neuer Gegenwind für Bildungsministerin Britta Ernst (SPD): Der Brandenburger Landesschulbeirat (LSB) hat sich gegen Testungen in den Schulen ausgesprochen. Der Landesschulbeirat lehne das Testkonzept für die in Schulen Tätigen ab und erwarte ein Konzept für die Testung aller an Schulen Beteiligten ausschließlich im häuslichen Umfeld, heißt es in dem am Dienstagabend veröffentlichten Schreiben des höchsten Mitwirkungsgremiums in Brandenburg. Die Wohlfahrtsverbände fordern unterdessen auch flächendeckende Corona-Tests für Kinder in Kitas.

Der Landesschulbeirat verweist darauf, dass Personal in Schutzkleidung und eine Anleitung für die Durchführung der Tests in Schulen erforderlich wären. "Wir gehen davon aus, dass sich keine Lehrerinnen oder Lehrer dazu bereit erklären, Kinder in der Schule zu testen", heißt es in dem Schreiben. Zudem weist der Beirat darauf hin, dass nur zwei Tests pro Woche ohnehin keine ausreichende Sicherheit böten.

Ab kommendem Montag gilt eine Testpflicht für Schüler zwei Mal pro Woche vor Betreten der Schule. Die Tests sollen grundsätzlich zu Hause durchgeführt werden. Ernst hatte aber vergangenen Freitag im Landtag erklärt, dass Schüler, die den Test vergessen hätten, in einem separaten Raum in den Schulen getestet werden sollen.

Ministeriumssprecherin Ulrike Grönefeld präzisierte am Mittwoch, dass dies nur für Ausnahmefälle gelten solle. "Wenn Kinder die Testbescheinigung der Eltern vergessen haben, wäre es schön, wenn sie in der Schule getestet werden könnten - weil sie sonst nach Hause geschickt werden müssten", sagte Grönefeld. "Dafür könnten die Schulen - genauso wie Masken - auch Tests bereit halten." Dazu solle es nochmals ein Gespräch mit dem LSB geben.

Ein Eilantrag eines Schülers gegen die Testpflicht an Brandenburger Schulen ist vor Gericht erfolglos geblieben. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) lehnte es ab, diese Maßnahme in der aktuellen Eindämmungsverordnung vorläufig außer Vollzug zu setzen. Zur Begründung für seinen Beschluss hieß es am Mittwoch vom Gericht, mit Blick auf das gegenwärtige Pandemiegeschehen in Deutschland spreche alles dafür, dass der Schutz von Leben und Gesundheit einer Vielzahl von Menschen diesen Eingriff in die allgemeine Handlungsfreiheit rechtfertige.

Unterdessen forderte die Liga der freien Wohlfahrtspflege, auch für die Kindertagesbetreuung flächendeckend Tests einzuführen. Die Infektionszahlen stiegen auch bei Kindern im Kita-Alter spürbar an und es gebe eine zunehmende Zahl von ernsthaften Covid-Erkrankungen bei Erzieherinnen sowie vereinzelt bei den Kindern, erklärte die Liga zur Begründung. Es gebe inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, eine sachgerechte Anwendung der Tests durch die Eltern zu ermöglichen, hieß es in der Mitteilung.

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