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Woidke fordert Impfgipfel: Pläne zu Rechten für Geimpfte

Potsdam  

Woidke fordert Impfgipfel: Pläne zu Rechten für Geimpfte

15.04.2021, 14:43 Uhr | dpa

Woidke fordert Impfgipfel: Pläne zu Rechten für Geimpfte. Ministerpräsident Dietmar Woidke

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt in der Corona-Pandemie auf mehr Impfstoff und fordert einen neuen Impfgipfel von Bund und Ländern. "Impfen ist der einzige Ausweg aus der Pandemie und den Beschränkungen der Grundrechte. Wir brauchen dringend mehr Impfstoff", sagte Woidke am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. "Der Bund ist in der Pflicht, die Impfstoffversorgung sicherzustellen und für zuverlässige und planbare Lieferung zu sorgen. Deshalb fordern wir dringend einen Impfgipfel der Länder mit der Bundesregierung." Im März hatten sich Bund und Länder bereits auf einem Impfgipfel abgestimmt.

Unter 60-Jährige, die eine Erstimpfung mit Astrazeneca hatten, sollen bei der zweiten Impfung nach Vereinbarung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern auf ein anderes Präparat umsteigen. Der Grund sind Verdachtsfälle auf eine Hirnvenen-Thrombose nach der Impfung mit Astrazeneca. Das hat in Brandenburg Folgen: Für die Impfzentren werden vorerst keine neuen Termine für Erstimpfungen mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna vergeben. Denn für rund 60 000 Menschen müssen die notwendigen Zweitimpfungen, die ursprünglich mit dem Präparat von Astrazeneca vorgesehen waren, neu geplant werden.

Bisher haben fast 450 000 Menschen in Brandenburg eine Erstimpfung zum Schutz gegen das Coronavirus erhalten, fast 150 000 haben schon eine Zweitimpfung, wie das Innenministerium mitteilte.

Nach Berlin will auch Brandenburg Bürgern, die zweimal gegen Corona geimpft wurden, mehr Freiheiten gewähren. Das Gesundheitsministerium bereite nach einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums eine entsprechende Änderung der Corona-Eindämmungsverordnung vor, teilte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse am Donnerstag auf Anfrage mit. Danach könnten vollständig Geimpfte ab dem 15. Tag nach der letzten Impfung ohne negativen Schnelltest jene Angebote in Anspruch nehmen, die bisher nur mit einem negativen Testergebnis genutzt werden können. Das betrifft etwa den Einkauf in Geschäften oder körpernahe Dienstleistungen. Wann das Kabinett dazu einen Beschluss fassen werde, sei noch nicht bekannt.

Unterdessen will der Landkreis Märkisch-Oderland mit einer eigenen Strategie das Impfen gegen Corona in der Region voranbringen. Sprecher Thomas Behrendt bestätigte am Donnerstag, dass der Kreis prüfen will, ob der Impfstoff Astrazeneca in Sonderaktionen an alle Impfwilligen verabreicht werden kann. An festgelegten Tagen sollen Menschen aus dem Kreis zum Impfen aufgefordert werden, man wolle dann vor Ort in Impfstationen eine Priorisierung durchführen. Der Vorteil sei, dass man die Menschen kenne; der Aufwand sei in kleineren Orten nicht so hoch, schätzte Behrendt ein. Vorbild sei ein Landkreis in Bayern, der zentrale Impftage für alle eingeführt habe.

Der Landrat des Kreises Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD), würde gern den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V einsetzen und hat dazu bereits mit der russischen Botschaft gesprochen, wie Behrendt weiter berichtete. Noch gebe es keine konkreten Absprachen.

Bayern und Mecklenburg-Vorpommern hatten erklärt, dass sie sich jeweils Impfdosen von Sputnik V für den Fall einer EU-Zulassung des Wirkstoffs gesichert haben. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kann sich den Einsatz vorstellen.

In Brandenburg klettert die Zahl der Corona-Ansteckungen weiter in die Höhe. 883 neue Infektionen innerhalb eines Tages wurden dem Gesundheitsministerium am Donnerstag gemeldet, am Mittwoch waren es 569 neue bestätigte Fälle; vor einer Woche waren es 551.

In immer mehr Kreisen steigt die Zahl der Ansteckungen innerhalb einer Woche je 100 000 Einwohner. Die Kreise Spree-Neiße (282,3), Elbe-Elster (238,6) und Oder-Spree (233,2) sind Corona-Schwerpunkte und liegen über dem Wert von 200. Landesweit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 155,3 nach 143,6 am Mittwoch, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag weiter mitteilte.

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