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500 Jahre Widerrufsverweigerung in Worms

Worms  

500 Jahre Widerrufsverweigerung in Worms

16.04.2021, 16:50 Uhr | dpa

500 Jahre Widerrufsverweigerung in Worms. Martin Luther

Eine Figur des Reformators Martin Luther steht als Teil des Luther-Denkmals im Heylshofpark. Foto: picture alliance / Uwe Anspach/dpa (Quelle: dpa)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Widerrufsverweigerung von Martin Luther vor 500 Jahren in Worms als "europäische Sternstunde des erwachten individuellen Gewissens" gewürdigt. "Es gibt eine Stunde des Gewissens, in der ein Mensch ganz allein mit sich selbst ist, in der es ganz allein auf seinen Mut, auf seinen Willen und seine Standfestigkeit ankommt", sagte Steinmeier am Freitag in einer Videobotschaft während einer Luther-Gedenkveranstaltung in Worms (Rheinland-Pfalz).

Vor einem halben Jahrtausend habe der Reformator eine solche "Stunde des Gewissens" exemplarisch erlebt und bestanden. "Er hat sie bestanden, weil er bereit war, dafür auch Freiheit und Leben aufs Spiel zu setzen", betonte Steinmeier. Luther hatte damals in 95 Thesen den Ablasshandel der katholischen Kirche kritisiert, sich von Sünden freikaufen zu können. Auf dem Reichstag in Worms sollte der Mönch am 18. April 1521 offiziell widerrufen - was er verweigerte. Dabei werden ihm die Sätze "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders" zugeschrieben. Reformation und Kirchenspaltung nahmen ihren Lauf.

Steinmeier sprach von besonderen Situationen und schlug auch eine Brücke in die Gegenwart. Man sollte nicht jede Auseinandersetzung heute zu Fragen der Wahrheit und des Gewissens machen. "Im geduldigen Zuhören, im wahrhaftigen Austausch miteinander, in der Erkenntnis, dass die alleinige Wahrheit meist nie auf einer Seite ist, lassen sich sehr viele Fragen zivilisiert und verletzungsfrei klären."

Bei dem Gedenken waren auch Liveschalten der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sowie des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf geplant. Die ursprünglich vorgesehene Feier war wegen der Corona-Pandemie in einen digitalen Festakt umgewandelt worden. An diesem Samstag erinnert in Worms eine Licht- und Musik-Inszenierung an den historischen Luther-Auftritt.

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