Sie sind hier: Home > Regional >

Viele Kälberrisse durch Wölfe: Bauern fordern Regulierung

Schwerin  

Viele Kälberrisse durch Wölfe: Bauern fordern Regulierung

21.04.2021, 06:48 Uhr | dpa

Nach mehreren Kälberrissen im Süden Vorpommerns fordern der Landesbauernverband und die betroffenen Betriebe ein konsequenteres Vorgehen gegen Wölfe. "Wenn das so weitergeht, ist naturnahe Mutterkuhhaltung auf der grünen Wiese bald nicht mehr möglich", sagte der Vorsitzende des Bauernverbandes Uecker-Randow, Emanuel Reim, der Deutschen Presse-Agentur. Der Umgang mit Wölfen steht von diesem Donnerstag an auch auf der Tagesordnung der Umweltministerkonferenz der Länder in Schwerin. Der Landesbauernverband hat wegen der starken Zunahme von Wolfsrissen zu Protesten in Schwerin aufgerufen.

Am stärksten betroffen sind derzeit zwei Rinderzuchtbetriebe in Ramin und Krackow (Vorpommern-Greifswald), die je zwei Herden mit insgesamt rund 600 Kühen auf Weiden halten. Seit März werden in freier Natur Kälber geboren. Wie Reim erklärte, wurden bereits mehr als zehn Kälber getötet und zu großen Teilen aufgefressen. Nach Einschätzung von Wolfsexperten konnten in fast allen Fällen Wölfe als Verursacher nachgewiesen werden.

"Wir brauchen eine aktive Bestandsregulierung", forderte Reim. Es habe durch Attacken auch mehrere Ausbrüche von Kühen gegeben, die aufwendig wieder eingefangen werden mussten. Nur durch Zufall sei kein Verkehrsunfall passiert. Die Zahl der Wölfe habe zugenommen, einige Tiere hätten sich anscheinend spezialisiert. Bauern würden aber immer wieder vertröstet. So war eine Abschussgenehmigung 2020 in Aussicht gestellt, dann aber nicht erteilt worden. "Es wird Zeit, dass endlich einmal jemand eine Entscheidung fällt", sagte Reim.

Auch Entschädigung sei keine Lösung. Landwirte erhalten etwa 250 Euro für ein getötetes Kalb. So ein Tier würde als Kuh oder Bulle später zwischen 1200 und 1400 Euro kosten. Im Vorjahr wurden im Nordosten etwa 400 Schafe, Kälber und andere Nutztiere durch Wolfsattacken getötet und verletzt, was ein Rekordwert war.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal