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Impfungen mit Kochsalzlösung, Landrat: "Tragischer Fall"

Schortens  

Impfungen mit Kochsalzlösung, Landrat: "Tragischer Fall"

27.04.2021, 08:12 Uhr | dpa

Impfungen mit Kochsalzlösung, Landrat: "Tragischer Fall". Sven Ambrosy

Sven Ambrosy, Landrat des Kreises Frieslands, steht für ein Porträt vor der Kamera. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa (Quelle: dpa)

Nach den Impfungen mit Kochsalzlösung im Landkreis Friesland hat Landrat Sven Ambrosy von einem tragischen Fall gesprochen. "Von einer examinierten Krankenschwester kann erwartet werden, auch unter Druck richtige Entscheidungen zu treffen", sagte der SPD-Politiker der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Dienstag). "Ihr Motiv war klar, den Vorfall zu vertuschen." Schwestern, Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger stünden oft unter Druck, das heiße aber nicht, dass sie sich zu strafbaren Handlungen hinreißen lassen dürften: "Es bleibt ein Fehlverhalten."

"Und wir müssen auch auf jene 200 Menschen schauen, deren Vertrauen möglicherweise erschüttert ist", sagte der Landrat. "Sie müssen sich jetzt auf Antikörper testen lassen, sie haben womöglich nicht das Impfmittel bekommen, auf das sie sehnlich gewartet haben." Er betonte, eine examinierte Krankenschwester müsse wissen, "was sie im Zweifelsfall anrichtet". Die Polizei gehe von einem Einzelfall aus, von einer Krankenschwester, die spontan falsch gehandelt habe. "Doch so etwas können wir uns beim besten Willen nicht leisten, da es um die Gesundheit von Menschen geht."

Am Sonntag war bekannt geworden, dass die Impfzentrums-Mitarbeiterin des Roten Kreuzes in Schortens eingeräumt hatte, sechs Spritzen statt mit Impfstoff nur mit Kochsalzlösung gefüllt zu haben. Nach Behördenangaben war ihr beim Anmischen des Vakzins ein Fläschchen mit Biontech-Impfstoff heruntergefallen, was sie vertuschen wollte. Der Landkreis hatte zuletzt bis auf 13 Menschen alle der 416 möglichen Betroffenen kontaktiert. Die 200 Menschen, die zu einer bestimmten Zeit im Impfzentrum waren, sollen am 5. Mai einen Antikörpertest bekommen. Damit soll geprüft werden, wer keinen Impfstoff erhielt.

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