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Auftakt der 75. Ruhrfestspiele mit viel Kultur im Netz

Recklinghausen  

Auftakt der 75. Ruhrfestspiele mit viel Kultur im Netz

01.05.2021, 03:02 Uhr | dpa

Auftakt der 75. Ruhrfestspiele mit viel Kultur im Netz. Festspielhaus der Ruhrfestspiele

Das Festspielhaus der Ruhrfestspiele. Foto: picture alliance / Bernd Thissen/dpa/archivbild (Quelle: dpa)

Mit Online-Barockmusik aus einer Autowerkstatt, einer Internet-Lesung und einer Fotoausstellung unter freiem Himmel sind am Samstag die 75. Ruhrfestspiele in Recklinghausen gestartet. Das sonst zum Auftakt übliche Kulturvolksfest am Festspielhaus war wegen Corona abgesagt worden. Als Ersatz gab es ein Online-Programm - DGB-Maikundgebung eingeschlossen.

Die Fotoausstellung am Festspielhaus stellt das Publikum der Ruhrfestspiele in den Mittelpunkt. Gezeigt werden Fotografien, die das Publikum seit 1947 gemacht hat. Die Bürgerinnen und Bürger in Recklinghausen waren zuvor aufgefordert worden, Schnappschüsse einzusenden. Es seien "Zeitzeugnisse, die Impulse geben", hatte Festspielintendant Olaf Kröck im Vorfeld gesagt. Die Open-Air-Ausstellung wurde kuratiert vom Theaterkritiker Andreas Rossmann.

Die offizielle Eröffnung ist für den 2. Mai geplant. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wollen Grußworte sprechen. Die Festrede hält die 1993 in Gelsenkirchen geborene Dramatikerin und Essayistin Enis Maci. Das Bühnenprogramm der Festspiele startet anschließend online mit der Deutschlandpremiere von "Die Seidentrommel" des 87-jährigen Schauspielers und Regisseurs Yoshi Oida. Es erzählt die Geschichte eines alten Mannes, der die Bühne eines Theaters reinigt und sich in eine Tänzerin verliebt. Das Stück wird in Recklinghausen aufgeführt - leider ohne Präsenzpublikum.

Das Festival steht unter dem Motto "Utopie und Unruhe". Bis zum 20. Juni sollen 90 Produktionen in rund 210 Veranstaltungen zur Aufführung kommen. Sollte die Pandemielage es zulassen, sind erste Präsenzveranstaltungen ab dem 21. Mai geplant.

Die Ruhrfestspiele gehen darauf zurück, dass Bergarbeiter aus Recklinghausen im ersten Nachkriegswinter 1946/47 Hamburger Theater mit Kohle versorgten. Zum Dank kamen im Sommer darauf Theaterleute aus Hamburg mit einem Programm ins Ruhrgebiet. Träger des Festivals sind die Stadt Recklinghausen und der Deutsche Gewerkschaftsbund.

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