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Weniger Praktika und Berufsmessen: Alternativen für Azubis

Halle (Saale)  

Weniger Praktika und Berufsmessen: Alternativen für Azubis

04.05.2021, 06:20 Uhr | dpa

Weniger Praktika und Berufsmessen: Alternativen für Azubis. Corona-Krise beeinflusst Ausbildungsmarkt

Lehrlinge arbeiten in einem Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer an einem Mauerwerk. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

In Sachsen-Anhalt verschärft sich nach Angaben von Arbeitsmarktexperten die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Denn seit März 2020 hatten Schulabgänger wegen der Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kaum Möglichkeiten, Berufe durch Praktika in Betrieben, auf Messen oder durch Berufsberatung in Schulen und Arbeitsagenturen kennenzulernen. Die aktuellen Zahlen zeigten einen deutlichen Rückgang an Bewerbern, sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit.

Den Angaben zufolge hatten sich in Sachsen-Anhalt von Oktober 2020 bis April 2021 insgesamt 7170 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle bei den Arbeitsagenturen registrieren lassen. Das waren 446 oder 5,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Zum Vergleich: Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie waren im April 2019 bei den Arbeitsagenturen noch 8350 Bewerberinnen und Bewerber und damit knapp 1200 mehr registriert worden.

Das Handwerk befürchtet, dass sich mehr Schulabgänger als bisher für ein Studium statt für eine Berufsausbildung entscheiden. Um dem entgegen zu wirken, bietet zum Beispiel die Handwerkskammer Magdeburg seit März 2020 Online-Elternabende an oder Videosprechstunden zu Ausbildungsberufen. Die Resonanz sei unterschiedlich. "Beim ersten Elternabend - per Computer - hatten wir 30 Teilnehmer, beim letzten zehn. Im kleineren Rahmen hat man den Vorteil, gut auf einzelne Fragen eingehen zu können", sagte ein Sprecher der Handwerkskammer Magdeburg. Oftmals entstünden daraus individuelle Beratungstermine.

Die Arbeitsagenturen setzen laut Behrens auch auf den Ausbau neuer Kommunikations- und Informationskanäle für Jugendliche und ihre Eltern. So etwa Videoberatung, Online-Angebote und virtuelle Berufsmessen. Das neue Portal der Bundesagentur für Arbeit #AusbildungKlarmachen sei zudem erneuert worden. "Den persönlichen Kontakt können diese Angebote aber nicht vollständig kompensieren", sagte er.

Es sei dringend notwendig, Wege zu finden, die berufspraktische Orientierung inklusive Betriebspraktika zu ermöglichen, forderten Sprecher des Handwerks. Der Fachkräftemangel werde sich ansonsten weiter verstärken, da auch viele junge Menschen keine Berufsausbildung, sondern ein Studium anstrebten. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Handwerk im Landessüden sei bereits jetzt älter als 50, Inhaber teils noch älter, sagte ein Sprecher der Handwerkskammer Halle. "Jeder Azubi, der jetzt nicht ausgebildet wird, wird uns in drei Jahren als qualifizierte Fachkraft fehlen", sagte der Sprecher der Magdeburger Handwerkskammer. Es gebe rund 130 Ausbildungsberufe im Handwerk.

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