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Kunst beim Impfen: Ausstellung in Bad Sobernheim

Bad Sobernheim  

Kunst beim Impfen: Ausstellung in Bad Sobernheim

04.05.2021, 07:23 Uhr | dpa

Wenn die Menschen nicht zur Kunst kommen können, geht die Kunst zu den Menschen: Im Impfzentrum von Bad Sobernheim (Kreis Bad Kreuznach) haben 16 Künstler und Künstlerinnen aus der Region eine Ausstellung aufgebaut, die "Lichtblicke" schenken will - so der Titel der Schau mit rund 118 Werken. Beim Start im März waren zunächst zehn Künstler dabei. Nach der Anmeldung sowie im Anschluss an die Impfung nutzten viele Menschen am Dienstag die Gelegenheit, sich die Werke anzuschauen.

"So etwas wie "Lichtblicke" ist gut für die Seele einer Künstlerin", sagt Rosi Röhm aus Jugenheim (Kreis Mainz-Bingen), die im Impfzentrum vier Skulpturen zeigt. Es sei eine besondere Ironie, dass dasselbe Virus, das die Kunstlandschaft ausgebremst habe, mit dem Impfzentrum nun eine Plattform biete, um Kunstwerke zu zeigen.

"Es ist ein tolles Experiment, man muss sehen, wie es angenommen wird", sagt die Oppenheimer Künstlerin Carmen Stahlschmidt, die mit drei Skulpturen an der Gemeinschaftsausstellung mitwirkt. Möglicherweise hätten die Menschen beim Gang ins Impfzentrum ja andere Sorgen. Aber da in diesem Jahr schon drei Ausstellungen mit Werken von ihr verschoben worden seien, freue sie sich über diese Möglichkeit - auch wenn sie angesichts der finanziellen Lage vieler Künstlerinnen und Künstler ein Honorar für die Mitwirkung begrüßt hätte.

Persönlich habe sie zu Beginn der Pandemie die ausgedehnte Zeit für kreatives Schaffen geschätzt, sagt Stahlschmidt. "Aber irgendwann wird die Zeit zu lang." Die Zeichnerin und Gestalterin von Plastiken ist optimistisch, dass die Nachfrage nach Kunst gestiegen ist: "Ich habe den Eindruck, dass die Leute Kunsthunger haben und dass sie bei fehlenden Urlaubsreisen Geld für Kunst ausgeben können."

Die Kunstwerke werden in Wartebereichen des Impfzentrums gezeigt. In der Corona-Situation ersticke der Dialog zwischen Publikum und Kunstschaffenden, erklärt Rosi Röhm. "Aber Kunst lebt und braucht Kommunikation."

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