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Tourismus und Gastgewerbe: Rufe nach Öffnungen werden lauter

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Tourismus und Gastgewerbe: Rufe nach Öffnungen werden lauter

05.05.2021, 17:35 Uhr | dpa

Tourismus und Gastgewerbe: Rufe nach Öffnungen werden lauter. Öffnungen

Leere Tische und Stühle stehen vor einem Restaurant. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

In Mecklenburg-Vorpommern mehren sich die Rufe nach weiteren Öffnungen des Tourismus. So droht nach Ansicht des CDU-Landesvorsitzenden Michael Sack die MV-Tourismusbranche von Schleswig-Holstein abgehängt zu werden. "Während jedermann mit einem negativen Testergebnis auf Sylt im Restaurant essen darf, darf man Mecklenburg-Vorpommern nur in Ausnahmefällen überhaupt betreten", sagte Sack am Mittwoch.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gab am Mittwoch bekannt, dass Geimpfte, Genesene und Getestete vom 17. Mai an unter strengen Vorgaben landesweit Gaststätten auch in Innenräumen besuchen und in Beherbergungsbetrieben übernachten dürfen.

Seit Wochen würden viele Menschen aus Westmecklenburg nach Lübeck fahren, um dort einzukaufen oder die Außengastronomie zu nutzen, sagte Sack. Auch andere Regionen im Nachbarland seien schon für den Tourismus geöffnet worden. "Wenn jetzt auch noch der Tourismus in der Lübecker Bucht anläuft, dann muss das für jeden ein Alarmsignal sein, dem das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern am Herzen liegt."

Zwar sei die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein nur halb so hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch im Nordosten sinke die Inzidenz und die Impfkampagne komme spürbar voran. "Ich sehe deswegen keinen Grund dafür, Mecklenburg-Vorpommern weiterhin zum Sperrgebiet zu erklären", betonte der CDU-Chef.

Die Landesregierung hat mit Blick auf Tourismus und Gastronomie bisher das Ziel, eine Sieben-Tage-Inzidenz um 50 zu erreichen. Dann sollten als erster Schritt Modellregionen eingeführt werden, um zu erproben, was sich bewährt.

Der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, schlug mit Blick auf Pfingsten eine generelle Öffnungsmöglichkeit unter klar definierten Bedingungen vor. Die Zeit für Modellregionen sei vorbei, die zum Beispiel in Schleswig-Holstein gewonnenen positiven Erkenntnisse könnten auf Mecklenburg-Vorpommern übertragen werden. Die Branche bräuchte zudem ein klares Datum, um die Vorbereitungen treffen zu können.

"Wenn Modellregion, dann eine Modellregion Mecklenburg-Vorpommern", sagte der Präsident des Dehoga MV, Lars Schwarz. "Der Ball liegt bei der Landesregierung." Es werde entscheidend darauf ankommen, dass nach dem Auslaufen der aktuellen Verordnung am 22. Mai geöffnet wird.

Der Geschäftsführer des Unternehmerverbands Rostock-Mittleres Mecklenburg, Ulf Mauderer, sagte: "Mecklenburg-Vorpommern darf gern wieder Erster sein! Die zurückhaltende Öffnungsstrategie der Landesregierung könnte zu erheblichen Standortnachteilen für unser Tourismusland und den vom Tourismus abhängigen zahlreichen Wirtschaftszweigen in MV führen."

Verbandspräsident Frank Haacker mahnte, dass die Anpassung an das aktuelle Absinken der Inzidenzen rasch erfolgen müsse. "Jeder Tag zählt, denn der Wettbewerb von außen für hiesige touristische Unternehmen steht bereits in den Startlöchern. MV darf nicht den Anschluss verpassen."

MV darf nach Ansicht der Wirtschaftskammern nicht das touristische Schlusslicht werden, während Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern oder Tourismusländer wie Österreich die Gäste wieder begrüßen. "Die Landesregierung ist nun gefordert, hieraus einen umfassenden MV-Plan zu erarbeiten, der allen eingeschränkten Wirtschaftsbereichen eine Öffnungsperspektive bietet", sagte der geschäftsführende Präsident der drei IHK in MV, Matthias Belke.

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