Sie sind hier: Home > Regional >

Friedensfest-Initiative lädt gegen Rechts auf den Laufsteg

Ostritz  

Friedensfest-Initiative lädt gegen Rechts auf den Laufsteg

07.05.2021, 14:34 Uhr | dpa

Friedensfest-Initiative lädt gegen Rechts auf den Laufsteg. Marion Prange

Bürgermeisterin Marion Prange spricht in Ostritz. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa/archivbild (Quelle: dpa)

Bunt statt braun: Mit einer Modenschau wollen die Ostritzer bei ihrem nächsten Friedensfest ein Zeichen gegen Rechts setzen. Wie die Organisatoren am Freitag mitteilten, werden deutschlandweit Unterstützer für den Crowdfunding-Wettbewerb "Mitwirken 2021" gesucht. Bei dieser Aktion zählt die Zahl der Unterstützer und nicht die Höhe der eingesammelten Gelder. Insgesamt wetteifern 46 Projekte um eine Co-Finanzierung. Abgestimmt werden kann bis zum 19. Mai.

An der Modenschau sollen sich Menschen aus der Region sowie die Unternehmen mit ihren Ideen für bunte kreative Moden beteiligen. Aufgerufen sind Hobbyschneider sowie professionelle Modedesigner, Senioren, Schüler, Branchenfremde oder auch Textilfirmen. Viel Menschen würden bereits die Projektidee unterstützen, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Stephan Meyer. "Als weltoffener Oberlausitzer werde ich mich dann auf den Laufsteg wagen."

Auch die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos) unterstützt die Idee: "Für mich persönlich ist Mode nicht nur einfach Kleidung. Mode ermöglicht uns auch eine Haltung zu zeigen oder ein Statement zu setzen. Mit Mode können wir zeigen wer wir sind, wie wir uns fühlen und was wir wollen."

In der sächsischen Stadt schloss sich bereits 2018 ein breites Bündnis aus Bürgern, Vereinen und zivilgesellschaftlichen Organisationen über Partei- und Konfessionsgrenzen zusammen, um ein sichtbares Zeichen gegen Rechts sowie Extremismus zu setzen. Damals wurde erstmals das Friedensfest als Gegenveranstaltung zu einem Neonazi-Festival initiiert.

Pilgerort für Hunderte Neonazis aus Deutschland und Polen ist in der deutsch-polnischen Grenzstadt ein Privatgrundstück. Im vergangenen Jahr hatte der Veranstalter die Treffen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Mit der Aktion "Kein Bier für Nazis" sorgte die Friedensfest-Initiative 2019 überregional für Schlagzeilen, als Ostritzer sämtliche Biervorräte in der Kleinstadt aufkauften. Für die Idee gab es den Deutschen Engagement-Preis für Toleranz und Weltoffenheit. An den Ostritzer Friedensfesten nehmen jedes Jahr bis zu 3000 Menschen teil.

Hinter der "Modenschau - bunt und global, statt braun und radikal" stehe ein ernster Hintergrund, erklärte Michael Schlitt vom Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal. Parallel zum Gezeigten auf dem Laufsteg werden die Initiatoren über die Mode-Labels, Codes und Styles der Rechtsextremisten aufklären und informieren. Gerade diese Bildungs- und Aufklärungsarbeit ist der Friedensfestinitiative wichtig, "da viele nicht wissen, was sich hinter den Codes verbirgt," sagt Schlitt. Präsentiert werden sollen auf dem Laufsteg die Modelinien "Toleranz", "Demokratie" und "Weltoffenheit".

Das Förderprogramm "Mitwirken" wurde 2020 durch die gemeinnützige Hertie-Stiftung initiiert. Mit einer Kombination aus Fördergeldern und Crowdfunding werden Projekte und Ideen, die sich für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen, gefördert.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: