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Rindertransport von Ostfriesland nach Marokko gestoppt

Aurich  

Rindertransport von Ostfriesland nach Marokko gestoppt

07.05.2021, 17:30 Uhr | dpa

Rindertransport von Ostfriesland nach Marokko gestoppt. Barbara Otte-Kinast (CDU), Landwirtschaftsministerin

Barbara Otte-Kinast (CDU), Landwirtschaftsministerin in Niedersachsen. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Aurich (dpa/lni) - Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat per Erlass einen geplanten Transport von 270 tragenden Zuchtrindern aus dem ostfriesischen Aurich nach Marokko untersagt. "Der Tierschutz hat für mich eine hohe Priorität. Deshalb gibt es keinen Freifahrtschein für diesen Transport mit tragenden Kühen nach Marokko", teilte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Freitag mit. Der Transporteur kann gegen den Erlass noch klagen.

Das Ministerium geht davon aus, dass die Tiere mit "hinreichender Wahrscheinlichkeit" in Marokko tierschutzwidrig behandelt werden würden. In dem Land sei das Schächten, also eine Schlachtung ohne Betäubung, gängige Praxis. Von einer Schlachtung sei zwangsläufig auszugehen, da die Tiere aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht zurück in die EU gelangen dürften.

Otte-Kinast sieht die Bundesregierung in der Pflicht. "Wir brauchen ein Verbot der Beförderung von Tieren in Drittstaaten, in denen die Einhaltung des Tierschutzes nicht gewährleistet ist", teilte die Ministerin mit. Eine entsprechende Entschließung des Bundesrates dazu liege vor. "Der Bund muss nun endlich handeln!"

Die CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag begrüßte den Erlass der Ministerin. Falls Deutschland aber komplett aus Tiertransporten in Drittländer aussteige, würden andere europäische Staaten in diese Lücke stoßen, sagte der stellvertretende Vorsitzende Helmut Dammann-Tamke. "Ob dies dann im Sinne des Tierschutzes zu einer Verbesserung führt, dürfen wir jetzt schon anzweifeln. Fakt ist, es muss eine europäische Lösung gefunden werden", sagte er.

Zuvor hatten Tierschützer und die Ministerin Kritik auch an einem Transport von 32 trächtigen Rindern aus Bayern geübt, die via Aurich ebenfalls nach Marokko gebracht werden sollten. Dieser Transport soll nun aber nach Angaben des Kreises Aurich nach Belgien gehen.

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