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Zwickaus Handball-Frauen feiern Bundesliga-Aufstieg

Zwickau  

Zwickaus Handball-Frauen feiern Bundesliga-Aufstieg

08.05.2021, 18:46 Uhr | dpa

Freudentänze, Umarmungen und eine Sektdusche für Trainer Norman Rentsch: Die Handballerinnen vom BSV Sachsen Zwickau feierten nach dem 32:27 gegen TuS Lintfort coronabedingt auch ohne ihre Fans ausgelassen den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nach 25 Jahren Zweitliga-Zugehörigkeit kehrt der Verein aus Westsachsen in das deutsche Handball-Oberhaus zurück.

"Wir sind sehr stolz darauf. Wenn man einen Spieltag vor Saisonende mit 45:5 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz steht, hat man den Aufstieg auch verdient", sagte Rentsch. Seine Mannschaft lieferte sich mit den Füchsen Berlin in dieser Saison über weite Strecken einen engen Zweikampf um den ersten Tabellenplatz, der zum direkten Aufstieg berechtigt. Mit dem Erfolg über Lintfort feierten die Zwickauerinnen ihren 13. Sieg in Serie und liegen vor dem letzten Spieltag uneinholbar vorn.

"Mein Team war in den letzten Wochen und Monaten sehr akribisch in der Trainingsarbeit. Dazu sind wir als Mannschaft gewachsen und haben uns auch individuell gesteigert", lobte Rentsch seine Spielerinnen, die sich auch gegen Lintfort als kompakte und eingeschworene Einheit präsentierten. "So richtig kann ich das noch gar nicht glauben, was wir heute erreicht haben. Schade, dass wir nicht gemeinsam mit unseren Fans feiern können", sagte Kapitän Isa-Sophia Rösike.

Mit dem Aufstieg haben die Zwickauerinnen die Vormachtstellung im sächsischen Frauen-Handball übernommen. Nach der Insolvenz des HC Leipzig 2017 und dem damit verbundenen Zwangsabstieg sowie dem Bundesliga-Abstieg des HC Rödertal 2018 ist der BSV nun die neue Nummer eins im Freistaat. "Es ist eine sehr große Ehre, als einzige Mannschaft aus Sachsen zukünftig in der ersten Liga zu spielen. Ich finde das sehr schön, weil wir in Westsachsen immer etwas stiefmütterlich behandelt wurden", erklärte der 41-Jährige.

Rentsch hatte im Januar 2019 zum zweiten Mal das Traineramt beim BSV Sachsen übernommen. Damals kämpfte die Mannschaft gegen den Abstieg und rettete sich in der Rückrunde zum Klassenverbleib. Anschließend wurde Rentsch auch Geschäftsführer des Vereins. "Norman strahlt viel Begeisterung aus und kann jeden mitreißen. Dass es in nur zweieinhalb Jahren mit dem Aufstieg geklappt hat, ist vor allem auch der Lohn seiner tollen Arbeit", sagte Sylvia Wössner. Die Vereinspräsidentin kündigt deshalb an, den bis Ende Juni 2022 laufenden Vertrag mit Rentsch zeitnah bis 2024 verlängern zu wollen.

Für die kommende Bundesliga-Saison plant der BSV mit einem Etat von rund 550 000 Euro, der sich damit im unteren Bereich der Bundesliga bewegt. "Wir haben keine Sponsoren verloren. Neue Partner kamen hinzu, andere wollen ihre Unterstützung erhöhen", erklärte Rentsch und sieht den Verein gut aufgestellt. Dazu soll der Kader nach dem Abgang von vier Spielerinnen in der Sommerpause verstärkt werden: "Wir wollen uns in der Bundesliga etablieren und unseren Weg sportlich und strukturell weitergehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir mithalten können", meint Rentsch.

In den kommenden Wochen hoffen die BSV-Verantwortlichen zudem auf positive Signale seitens der Stadt Zwickau zum geplanten Hallenneubau. "Wir sind dazu neben der Stadtverwaltung auch mit dem Freistaat in sehr guten Gesprächen", betonte Präsidentin Wössner. In der Saison 2021/22 werden die Zwickauerinnen ihre Heimspiele voraussichtlich weiterhin in der Sporthalle Neuplanitz austragen. Die zu DDR-Zeiten errichtete Spielstätte entspricht allerdings nicht mehr den modernen Bundesliga-Standards. "Wir hoffen dennoch sehr darauf, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten", sagte Wössner.

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