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Schulöffnung startet mit Panne in Vorpommern-Greifswald

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Schulöffnung startet mit Panne in Vorpommern-Greifswald

17.05.2021, 01:50 Uhr | dpa

Schulöffnung startet mit Panne in Vorpommern-Greifswald. Schule unter Corona-Bedingungen

Während einer Unterrichtsstunde liegt ein Mund-Nasen-Schutz auf dem Tisch einer Schülerin. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die ersten Öffnungsschritte an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sind am Montag nicht ganz geräuschlos verlaufen. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald lag es an einer Informationspanne: "Viele Eltern von Kindern der Klassenstufen eins bis sechs in Vorpommern-Greifswald wurden am Wochenende oder auch erst am heutigen Morgen davon überrascht, dass in Vorpommern-Greifswald kein Präsenzunterricht, sondern doch nur Wechselunterricht stattfindet", kritisierte die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Jeannette von Busse.

Hintergrund war das knappe Überschreiten der Sieben-Tage-Inzidenz von 100 in dem Kreis auf Basis der Zahlen des Robert Koch-Instituts am Stichtag Mittwoch letzter Woche. Das RKI meldete eine Inzidenz von 100,6 für Vorpommern-Greifswald. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus), das schneller ist, meldete diesen Wert am Dienstagnachmittag und am Mittwochnachmittag dann 98. Offenbar war nicht allen klar, dass die RKI-Zahlen entscheidend sind.

Ein Sprecher des Bildungsministeriums erklärte dazu, dass am vergangenen Dienstag ein Entwurf der Landesverordnung zur Schulöffnung am 17. Mai an die Schulen verschickt worden sei. Darin sei als Basis für Öffnungsentscheidungen der Inzidenzwert des Lagus genannt gewesen. Am Mittwoch seien dann aber in der letztlich geltenden Verordnung die RKI-Zahlen als Basis festgelegt worden. Der Landesschulrat habe die Schulämter darüber noch am selben Tag informiert.

Auf der Internetseite des Ministeriums wurde die Verordnung dem Sprecher zufolge am Freitag veröffentlicht. Da wegen des Himmelfahrtswochenendes schulfrei war, hat das offensichtlich nicht jeder mitbekommen. Übewiegend sei der Schulstart am Montag in MV aber ruhig und gut geordnet verlaufen, betonte der Ministeriumssprecher.

Für Verwirrung sorgte auch Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) auf ihrem Facebook-Kanal, wo sie am Sonntag zunächst erklärte, nur im Landkreis Ludwigslust-Parchim hätten die Kinder bis Klasse sechs ab Montag noch nicht Präsenzunterricht. Tatsächlich gilt dies ebenfalls für Vorpommern-Greifswald und den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Inzwischen ist der Post gelöscht.

Unterdessen bewegt sich die Landes-Inzidenz auf den nächsten wichtigen Wert von 50 zu. Am Montag betrug die Zahl der Corona-Infektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen laut Lagus 56,9. Wie es beim Unterschreiten der 50 weitergehen soll, dazu gibt es vom Bildungsministerium bislang keine Infomationen.

Das kritisierte der Bürgerbeauftragte des Landes, Matthias Crone. "Die Infektionszahlen und der Impffortschritt erlauben schnellere Normalisierungen", betonte er. Der Regelbetrieb müsse für die Schüler ab Klasse sieben umgehend kommen. Der Wechselunterricht sei kein gleichwertiger Ersatz, weil unterm Strich weniger Unterricht erteilt werde. "Andere Länder sind da weiter."

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