Sie sind hier: Home > Regional >

Söder und Haseloff: "Osten kann Hightech-Region" werden

Leuna  

Söder und Haseloff: "Osten kann Hightech-Region" werden

21.05.2021, 12:55 Uhr | dpa

Söder und Haseloff: "Osten kann Hightech-Region" werden. Ministerpräsidenten Haseloff und Söder besuchen Leuna

Sachsen-Anhalts Ministerpräsiden Reiner Haseloff (l) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Die Ost-Bundesländer sollten nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beim Ausbau von Forschung und Wissenschaft in Deutschland eine ganz besondere Rolle spielen. "Die neuen Länder, da bin ich der festen Überzeugung, können echte Hightech-Regionen werden, und zwar nicht nur in Deutschland sondern in Europa", sagte der CSU-Chef am Freitag in Leuna, einem der größten Chemiestandorte Deutschlands. Deutschland müsse insgesamt den Anspruch haben, ein Hightech-Land zu sein und dürfe die Investitionen der USA und von China nicht ignorieren.

"Wir müssen die neuen Länder insgesamt zu Hightech-Regionen weiterentwickeln. Da ist schon viel passiert, aber ich glaube, das wird die Hauptaufgabe des Bundes sein, auch nach der Bundestagswahl noch mehr zu investieren, um in den Regionen eine deutlich höhere Dynamik zu entfalten", betonte Söder. Dies sei auch wichtig, um jungen Menschen eine Zukunft zu geben. Die neuen Länder sollten überdies in der nächsten Bundesregierung stärker als bisher vertreten sein.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff betonte, Industrie und Zukunftstechnologien seien kein Widerspruch. Der CDU-Politiker informmierte sich in Leuna (Saalekreis) gemeinsam mit Söder an dem Chemiestandort über Vorhaben zur Gewinnung nachhaltiger Rohstoffe und Produkte. Die beiden Regierungschefs verwiesen dabei auch auf die Zusammenarbeit der beiden Länder.

Den Angaben zufolge kooperieren Wissenschaftler der Fraunhofer-Gesellschaft in Bayern und Sachsen-Anhalt. Zudem sei eine Kooperation in einem Netzwerk mit Hochschulen beider Länder vereinbart worden. Bayern unterstütze diese Zukunftsprojekte mit jeweils 500 000 Euro und damit insgesamt einer Million Euro, sagte ein Sprecher der Magdeburger Staatskanzlei.

Wer in Forschung und Wissenschaft investiere, investiere in die eigene Zukunft und in den eigenen Wohlstand, sagte Söder. Mit neuer Technologie könne dem Klimawandel ohne Verzicht oder den Weg zurück in die Steinzeit begegnet werden. "Transformation ist immer anstrengend, aber sie lohnt sich, weil am Ende mehr dabei herauskommt."

Der Gast aus Bayern betonte zugleich, die Zukunft Deutschlands auch in Europa liege in einer großen Cleantech-offensive. "Wir müssen wirtschaftlichen Wohlstand auf der einen Seite und die nachhaltige Erfüllung von Klimazielen in ein Konzept bringen - nicht gegeneinander ausspielen." In der Industrie seien nicht die Bösen, sondern Partner, sagte Söder mit Blick auf die Verzahnung von neuen Technologien in der Produktion.

Haseloff und Söder besichtigten in Leuna Baustellen der Fraunhofer-Gesellschaft und des Mittelständlers Leuna-Harze GmbH. Das Unternehmen stellt unter anderem Produkte her, die für die Beschichtung von Windrädern verwendet werden können. Haseloff betonte zugleich, Sachsen-Anhalt wolle sich zu einer Modellregion für Wasserstoff entwickeln. Dabei sei es wichtig, dass Branchen wie die Chemie mit der Forschung eng kooperierten.

So arbeiten Wissenschaftler des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CPB) in Leuna daran, wie sogenannter grüner Wasserstoff für die Industrie in großem Umfang hergestellt und genutzt werden kann. Dieser gilt als eine Energiequelle der Zukunft, bundesweit laufen dazu Forschungsvorhaben. Bisher gilt indes die Erzeugung von "grünem Wasserstoff" mittels Elektrolyse im industriellen Maßstab als noch nicht wirtschaftlich.

In den Industriestandort Leuna (Saalekreis) wurden im Zuge des Strukturwandels seit 1990 rund 7,5 Milliarden Euro investiert. Er hat eine lange Historie. Es entstanden moderne Firmen, eine neue Raffinerie und Forschungsstätten. Rund 10 000 Menschen arbeiten heute in rund 100 Firmen. Als Rohstoffe für die Produktion, die viel Energie benötigt, dienen bisher Gas und Erdöl; Kohle dagegen schon seit Jahren nicht mehr. Mehr als zwei Milliarden Euro an Investitionen sind nach Angaben der Standortgesellschaft in den nächsten Jahren in Leuna geplant.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: