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Verband sieht Chormusik durch Corona-Krise in Gefahr

Weimar  

Verband sieht Chormusik durch Corona-Krise in Gefahr

02.06.2021, 16:06 Uhr | dpa

Wegen der Corona-Pandemie können Chöre schon lange Zeit kaum noch proben und auftreten - nun schlägt der Verband Deutscher Konzertchöre (VDKC) Alarm. Seit mehr als einem Jahr sei das Chorsingen de facto zum Erliegen gekommen, teilte der Verband mit Sitz in Weimar am Mittwoch mit. Aus allen Teilen des Landes seien Alarmzeichen des Mitgliederschwunds und massiver Nachwuchsprobleme wahrzunehmen, heißt es demnach in einem Schreiben, das der Verbandspräsident Ekkehard Klemm an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schickte.

Besonders betroffen seien Kinder- und Jugendchöre, die vor allem in Schulen völlig neu aufgebaut werden müssten. "Wenn zwei ganze Jahrgangsstufen in solchen Ensembles ausfallen, weil keinerlei gemeinsames Musizieren stattfinden darf, steht in kürzester Zeit die komplette künstlerische Existenz auf dem Spiel", heißt es in dem Schreiben weiter. Proben in Kleingruppen oder über Online-Lösungen seien kein Ersatz. Trotz anstehender Lockerungen gebe es noch keine durchgreifende Besserung der Situation. "Noch immer behindern zu viele Einschränkungen den Neubeginn", hieß es in der Mitteilung.

Chöre müssten von der Politik unterstützt werden, etwa um Belüftungssysteme anzuschaffen und Proberäume anderweitig für die Corona-Lage anzupassen. Generell sollten Vorschriften bundesweit zurückgeschraubt werden und Corona-Maßnahmen sofort aufgehoben werden, wenn die Infektionslage dies zulasse.

Die Chormusik in deutschen Amateurchören wird seit 2014 im bundesweiten Verzeichnis für Immaterielles Kulturerbe der Unesco geführt. Dem Bundesmusikverband Chor und Orchester zufolge musizieren 14,3 Millionen Menschen in Deutschland in ihrer Freizeit. Seit Beginn der Pandemie musste ein Großteil dieser Ensembles laut Verband Aktivitäten einstellen oder digital fortführen.

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