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Versperrte Wegen: Kretschmer besucht Nationalpark

Bad Schandau  

Versperrte Wegen: Kretschmer besucht Nationalpark

10.06.2021, 14:30 Uhr | dpa

Versperrte Wegen: Kretschmer besucht Nationalpark. Nationalpark Sächsische Schweiz

Ministerpräsident Michael Kretschmer neben dem Ehrenvorsitzender des Sächsischen Bergsteigerbund Ulrich Voigt. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Nach einem Hilferuf von Kommunen und Touristikern hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dem Nationalpark Sächsische Schweiz einen Besuch abgestattet. Hintergrund sind bedrohte und versperrte Wanderwege durch umgestürzte Bäume nach Dürre und Borkenkäferbefall.

"Der Borkenkäfer hat extrem zugeschlagen", sagte der Regierungschef am Donnerstag bei einem Besuch in Bad Schandau. Sachsenforst und Nationalparkverwaltung hätten viel unternommen, um die Wege freizuschneiden. Sie seien aber nicht an jeder Stelle hinterhergekommen. Daher gebe es mancherorts ein Betretungsverbot.

Zuvor hatten sich Landrat Michael Geisler (CDU), mehrere Bürgermeister der Region sowie der Tourismusverband Sächsische Schweiz und der Sächsische Bergsteigerbund in einem Brief an Kretschmer gewandt. Sie sorgen sich um die Zukunft des Elbsandsteingebirges als Tourismusregion.

"Fast 80 Prozent der Gäste kommen wegen des Wanderns, deswegen ist das Wegenetz die Basis für den Tourismus", sagte der Vorsitzende des Tourismusverbandes, Tino Richter. Der aktuelle Zustand der Wege sei ein herber Rückschlag. "Wir fürchten um das Image der Region." Das Netz umfasst rund 400 Kilometer an Wanderwegen allein im Nationalpark.

Neben den Einschränkungen für Tourismus machte Landrat Geisler auch Sicherheitsbedenken geltend. Durch die Sperrungen seien Rettungswege nicht passierbar, das Totholz könne zudem zu Waldbränden führen. "Es ist nicht mehr die Zeit zum Reden. Es ist Zeit zum Handeln."

Kretschmer versprach, das Wegenetz zu erhalten und nicht zu reduzieren. "Wir werden alles dafür tun, die Wege wieder freizuschneiden." Das könne allerdings im Einzelfall eine Weile dauern, weil manche Wege mit schwerem Gerät nur schwer zugänglich seien. Von März bis August könnten zudem aus Gründen des Naturschutzes keine schweren Arbeiten im Wald durchgeführt werden. Kretschmer kündigte an, entsprechende Kapazitäten und finanzielle Mittel durch den Freistaat zur Verfügung zu stellen, nannte aber keine Details.

Bis August sollen die Behörden nach Vorstellung von Kretschmer die notwendige Genehmigungen vorlegen, um dann rasch mit den Aufräum- und Fällarbeiten beginnen zu können. Zudem schlug der Bergsteigerbund ein Monitoringsystem am Wegenetz vor, dass dafür sorgt, dass gefährdete Bäume entlang der Wanderwege außerhalb der Brut- und Vegetationszeit schon eher gefällt werden.

Der Tourismusverband Sächsische Schweiz rechnet auch in diesem Sommer mit zahlreichen Touristen in der Region. "Schon jetzt ist die Nachfrage groß", so Richter. Beliebt sind neben Ferienwohnungen vor allem Campingplätze und Urlaub mit dem Wohnmobil.

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