Sie sind hier: Home > Regional >

Im Streit um Einkaufswagen Mann überfahren: Sechs Jahre Haft

Hanau  

Im Streit um Einkaufswagen Mann überfahren: Sechs Jahre Haft

11.06.2021, 18:48 Uhr | dpa

Im Streit um Einkaufswagen Mann überfahren: Sechs Jahre Haft. Justitia

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Nach einem Streit aus nichtigem Anlass fuhr er seinen Kontrahenten mit dem Auto an - deshalb ist ein 32-Jähriger vom Landgericht Hanau nun zu sechs Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es am Freitag als erwiesen an, dass der Angeklagte in Schöneck (Main-Kinzig-Kreis) einen 42 Jahre alten Mann schwer verletzt hatte. Das Urteil lautet auf versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Es ist noch nicht rechtskräftig.

Eine flapsige Bemerkung um einen leeren Einkaufswagen habe im Februar 2020 den "völlig nichtigen Streit" zwischen den beiden Männern ausgelöst, hieß es in der Urteilsbegründung. Nach Wortgefechten auf einem Supermarktparkplatz hätten sich beide Streithähne zunächst getrennt. Der jüngere Mann habe aber die Eskalation gesucht und sei dem Widersacher über mehrere Kilometer gefolgt.

In einem Wohngebiet sei es dann zur Konfrontation gekommen, als der 42-Jährige seinen Verfolger zur Rede stellen wollte. "Mit Vollgas ist der Angeklagte auf seinen Widersache zugerast", stellte die Vorsitzende Richterin fest. Der Aussage des 32-Jährigen, der andere Mann sei ihm vor das Auto gesprungen, schenkten die Richter keinen Glauben.

Nach dem Zusammenprall, bei dem das Opfer Frakturen an beiden Beinen und an einer Schulter erlitt, sei der Täter ausgestiegen und habe dem Schwerverletzten gegen den Kopf getreten. Nach kurzer Flucht stellte sich der Mann der Polizei. Er ist wegen Körperverletzung bereits einschlägig vorbestraft und stand zur Tatzeit noch unter Bewährung.

Der Angeklagte habe "den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen", so die Richter, die dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft folgten. Sie sprachen dem Opfer außerdem ein Schmerzensgeld von 25 000 Euro sowie die Erstattung aller Folgeschäden zu - und ließen den 32-Jährigen noch im Gerichtssaal verhaften. Dessen Verteidiger hatten Freispruch gefordert.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: