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Linke fordert Verringerung der Lohnlücke

Schwerin  

Linke fordert Verringerung der Lohnlücke

15.06.2021, 13:31 Uhr | dpa

Trotz einer im Ländervergleich beträchtlichen Lohnsteigerung lag das Bruttoeinkommen der Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2020 noch immer 17 Prozent unter Bundesdurchschnitt. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, betrug das durchschnittliche Einkommen im Nordosten 31.123 Euro und damit 584 Euro mehr als im Jahr davor. In Westdeutschland waren es nahezu unverändert 37.652 Euro. "Es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass Menschen so viel weniger verdienen, nur weil sie im Osten leben - und das nach über 30 Jahren deutscher Einheit", beklagte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg am Dienstag in Schwerin. Dazu kämen im Osten oftmals noch längere Arbeitszeiten.

Wie aus der Antwort auch hervorgeht, lagen die Rentenbezüge in Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 1255 Euro im Monat um gut 100 Euro über dem Bundesdurchschnitt. Als Hauptgrund gilt der hohe Beschäftigungsgrad von Frauen in der früheren DDR, die damit höhere Rentenansprüche erwarben als Frauen im Westen.

Beim verfügbaren Einkommen lag Mecklenburg-Vorpommern wiederum deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Der Antwort zufolge standen jedem Einwohner im Nordosten 2020 zum Ausgeben und Sparen 20 671 Euro zur Verfügung. Das waren etwa 3700 Euro weniger als im Westen.

Oldenburg forderte, die Lohnlücke müsse "zumindest deutlich verkleinert werden". Dazu sei insbesondere eine stärkere Tarifbindung im Nordosten nötig. "Dort, wo nach Tarif gezahlt wird, liegt das Gehaltsniveau bei nahezu 100 Prozent der westlichen Kolleginnen und Kollegen", sagte sie zur Begründung. Wie die oppositionelle Linke strebt auch die Regierungspartei SPD ein sogenanntes Tariftreuegesetz für Mecklenburg-Vorpommern an. Demnach sollen Aufträge der öffentlichen Hand nur noch an Firmen gehen, die ihre Beschäftigten nach Tarif entlohnen. Das stößt bei der Wirtschaft auf Ablehnung.

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