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"Ich bin Natur": Kunstschau zeigt Ängste und Hoffnung

Lieberose  

"Ich bin Natur": Kunstschau zeigt Ängste und Hoffnung

15.06.2021, 14:35 Uhr | dpa

"Ich bin Natur": Kunstschau zeigt Ängste und Hoffnung. Schloss Lieberose

Der Hauptzugang zum Schloss Lieberose. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Corona-Pandemie hat in der Gesellschaft nicht selten eine tiefe Unsicherheit ausgelöst - eine internationale Ausstellung im Schloss Lieberose greift das Thema auf. Unter dem Titel "Ich bin Natur - Von der Verletzlichkeit. Überleben in der Risikogesellschaft." zeigt das Kunstprojekt Rohkunstbau ab kommenden Samstag (19.6.-3.10.) Werke von 22 Künstlerinnen und Künstlern - darunter Yoko Ono - die sich mit Zusammenhängen zwischen Natur und Gesellschaft beschäftigen. Besuchern wird empfohlen, sich auf der Webseite für die Ausstellung Zeitfenster zu buchen. 50 Besucher dürfen die Schau in den Räumen des Schlosses gleichzeitig ansehen.

So befasst sich etwa der Chemnitzer Künstler Michael Morgner in seinen Arbeiten mit dem Gefühl der Angst. Der in Berlin lebende Maler Armin Boehm zeigt "Beziehungsbilder" aus der Zeit der Pandemie. Yoko Ono drückt in "Wish Tree" die Hoffnung aus, eigene Wünsche an Bäume hängen zu können. "Das Werk ist eine Art Live-Performance, die durch die Teilnahme der Besucher vollendet wird - ein positives Momentum im Rahmen der Ausstellung, die sich kritisch mit den Fragen von Umwelt und Gesellschaft auseinandersetzt", wie Kuratorin Heike Fuhlbrügge erläutert.

Die Ausstellung soll nach Angaben des Kunstprojekts mit allen Sinnen erlebt werden, wie etwa im "Chilli-Raum" des chinesischen Künstlers Tong Kunniao. In der ehemaligen Schlossküche bewegt sich der Besucher durch sieben Tonnen Sand zur Kunst des in Berlin lebenden Künstlers Michael Müller.

Das aufkommende neue Unbehagen in der Gesellschaft resultiert nach Ansicht der Kuratorin aus dem Scheitern des Umgangs mit der Natur - mit den Folgen der Zerstörung der Ökosysteme. "Die Pandemie brachte diese Gefahren und damit verbundenen Ängste nach Europa (...).", sagte Fuhlbrügge. Künstlerinnen wie die australische Glaskünstlerin Yhonnie Scarce, die Münchnerin Claudia Chaseling sowie die in Berlin lebenden Nina Fischer und Maroan el Sani wollten in ihren Arbeiten auf das kollektive Gedächtnis der apokalyptischen Bilder von Katastrophen hinweisen.

Unsichtbare Bedrohungen, Naturbetrachtungen, Entwicklung neuer Kulturtechniken, Radioaktivität, Pandemie, Unbehagen und Klimawandel - die Ausstellung betrachte existenzielle Themen der Zeit, fasste die Kuratorin zusammen. Ihrer Ansicht nach bedenken Menschen durch Ängste etwa in Pandemie-Zeiten die Verantwortung für das eigene Handeln nicht, sondern projizierten diese auf die Natur und unsichtbare Gefahren. Die banale, aber auch gewaltige Erkenntnis daraus laute: "Der Mensch ist ein Teil der Natur, er steht nicht über der Natur."

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