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Geteilt und über Land: Die letzte Fahrt der "MS Oldenburg"

Oldenburg  

Geteilt und über Land: Die letzte Fahrt der "MS Oldenburg"

20.06.2021, 09:36 Uhr | dpa

Geteilt und über Land: Die letzte Fahrt der "MS Oldenburg". Fahrgastschiff „MS Oldenburg"

Das längsseitig zersägte Fahrgastschiff „MS Oldenburg“ liegt auf einer Slipanlage. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Für seine letzte Reise musste das Fahrgastschiff "MS Oldenburg" mitten durch geteilt werden und zwar der Länge nach. "Es gibt keine andere Möglichkeit, mit dem Schiff aus dem Zwischenahner Meer rauzukommen", sagte Ralf Wiedenhöft, der neue Besitzer. Als ganzes Schiff wäre der Landtransport wegen der baulichen Gegebenheiten vor Ort keine 100 Meter weit gekommen. Und so waren Trennschleifer und schweres Gerät vergangene Woche im Einsatz. Am 24./25. Juni geht die 25 Meter lange "MS Oldenburg" per Sondertransport auf dem Weg nach Oldenburg, wo sie im Hafen als Restaurantschiff "vor Anker" gehen soll. Davor muss sie aber erst wieder zusammengeschweißt werden.

Wiedenhöft, der eigentlich Sozialpädagoge ist und in Oldenburg die Jugend- und Familienhilfeeinrichtung Brötjehof leitet, spricht selbst von einer verrückten Idee. Er habe das Schiff (Baujahr 1979) lange bei E-Bay-Anzeigen (Preis: 29 800 Euro) beobachtet. "Da habe ich nur gedacht, was ist denn das für ein Preis? Unter 30 000 Euro. Dafür kaufen ja andere Leute einen Gebrauchtwagen." Er habe dann lange rumgefragt, ob jemand mitmachen wolle, und letztlich einen gefunden, der verrückt genug gewesen sei. Im Januar wurde das Schiff dann gekauft.

"Plan B" wäre der Umbau zum Hausboot gewesen. Aber "Plan A" ging auf - die "MS Oldenburg" wird zum Restaurantschiff im Oldenburg Hafen. "Wenn alles gut und glatt läuft, können wir Ostern 2022 eröffnen", hofft Wiedenhöft. Genehmigungsverfahren beim Wasserschifffahrtsamt und der Stadt sind angeschoben. So richtig seetauglich muss das Schiff nicht mehr sein, denn es wird am seinem künftigen Liegeplatz von aus Land fixiert. "Da sind dann auch keine Motoren und keine Tanks mehr drin."

Die Überführungsstrecke ist nur rund 20 bis 25 Kilometer lang. "Aber das wird wohl zehn bis zwölf Stunden dauern, wie ich erfahren habe", so der neue Besitzer, der schon als Kind mit seinen Großeltern auf Ausflugsdampfern der Weißen Flotte übers Zwischenahner Meer (Kreis Ammerland) schipperte. "Vor dem Schiff müssen Straßenschilder abgebaut und Ampeln gedreht werden. Es geht ja zum Teil durch die Stadt Oldenburg. Das wird schon ein ziemlicher Aufriss."

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