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Virologe für Impfungen für 12- bis 17-Jährige

Cottbus  

Virologe für Impfungen für 12- bis 17-Jährige

02.07.2021, 14:08 Uhr | dpa

Virologe für Impfungen für 12- bis 17-Jährige. Professor Frank Hufert

Frank Hufert, Virologe an der Brandeburgischen-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Foto: Marko Petruschk/Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen, der Cottbuser Virologe Frank Hufert befürwortet jedoch klar einen solchen Schutz. Das Coronavirus komme jetzt in die Schulen, sagte der Forscher an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Ansammlung von Schülern sei das Ansteckungsrisiko gegeben. Er halte die Impfung für "sinnvoll, sowohl zum Individualschutz als auch zur Bekämpfung der Pandemie".

Die Stiko empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei.

Rein biologisch betrachtet gebe es die Möglichkeit, Kinder zu "durchseuchen", sagte Hufert. Das habe man in England und Israel gesehen. Dort hätten zehn Prozent der Kinder eine Long-Covid-Symptomatik unterschiedlicher Ausprägung. Auch in Deutschland seien bereits mehr als 20 Kinder gestorben, die Vorerkrankungen hatten. Die Stiko empfehle Corona-Schutzimpfungen bei Vorerkrankungen. "Warum aber sollten bei uns die Kinder durchseuchen und erkranken und eben auch ein Risiko haben, etwa an Long-Covid zu erkranken oder auch schwerer zu erkranken?", fragte der Experte.

Unterdessen dringt Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) nach einer entsprechenden Empfehlung der Stiko darauf, alle mit dem Impfstoff Astrazeneca begonnenen Impfserien mit einem mRNA-Impfstoff schnellstmöglich abzuschließen. "Wir sind jetzt in der komfortablen Situation, dass wir genügend Impfstoffe von BionTech oder Moderna haben, um die Erstimpfung mit Astrazeneca damit abschließen zu können", sagte sie am Freitag.

Jüngste Studien aus Großbritannien hätten die sehr gute Wirksamkeit dieser sogenannten heterologen Impfung belegt. Mit Blick auf die deutlich infektiösere Delta-Variante verwies Nonnemacher darauf, dass nur eine vollständige, in der Regel zweimalige Impfung den vollen Impfschutz biete.

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen in Brandenburg ging nach Angaben des Gesundheitsministeriums wieder leicht zurück. Innerhalb eines Tages wurden demnach 16 neue Fälle bestätigt. Allerdings entfielen zugleich 12 Infektionen aufgrund der aktuellen Datenkorrekturen der Gesundheitsämter; am Donnerstag waren es 18 neue Fälle. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Ansteckungen innerhalb einer Woche je 100 000 Einwohner - sank leicht von 2,8 am Donnerstag auf 2,6 am Freitag. Vor einer Woche lag der Wert bei 2,7.

Landesweit haben nach Daten des Robert Koch-Instituts 52,6 Prozent der Bevölkerung eine erste Impfung erhalten, 34,4 Prozent sind bereits vollständig geimpft. Damit liegt Brandenburg bundesweit auf dem letzten Platz. Bei den Erstimpfungen rangiert es im Vergleich zu den anderen Bundesländern im hinteren Feld.

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