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Juwelierraub: Fünf Jahre Haft für Mann wegen Beihilfe

Lüneburg  

Juwelierraub: Fünf Jahre Haft für Mann wegen Beihilfe

06.07.2021, 11:25 Uhr | dpa

Juwelierraub: Fünf Jahre Haft für Mann wegen Beihilfe. Justitia

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa (Quelle: dpa)

Wegen Beihilfe zu versuchtem schweren Raub ist ein 37-jähriger Mann vom Lüneburger Landgericht zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Im Prozess um den Überfall mit zwei Toten auf ein Juwelier- und Antiquitätengeschäft in Celle hatte die Staatsanwaltschaft sieben Jahre Gefängnis gefordert, der Vorwurf lautete auf versuchten schweren Raub in Mittäterschaft. Dem folgte das Gericht am Dienstag nicht. Die Vorsitzende Richterin sprach aber von "erheblicher krimineller Energie".

Der Verteidiger plädierte darauf, dass der Mann lediglich ein Gehilfe gewesen sei, kein Mittäter. Die 11. Große Strafkammer ordnete eine Drogentherapie an, die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt soll demnächst erfolgen. Die Zeit wird auf die Strafe angerechnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az.: 111 KLs 3/21).

"Ich bin zufrieden. Es ist angemessen. Dass ein Mensch, sein Bruder, verstorben ist, tut mir leid", sagte der 73 Jahre alte Juwelier nach der Verhandlung in der Hansestadt. Jetzt könne er sich wieder voll um sein Geschäft kümmern. Zusammen mit seiner zwei Jahre jüngeren Frau war er als Nebenkläger aufgetreten, der Anwalt forderte keine konkrete Strafe. Ihnen war es darum gegangen, die Hintergründe der Tat zu erfahren. Der Angeklagte und sein Bruder waren einschlägig vorbestraft.

Die beiden hatten sich laut dem Gericht mit einem weiteren Beteiligten verabredet, einen Juwelier zu überfallen. Der Mann ist mit dem Bruder am 14. September in Waltrop im Ruhrgebiet losgefahren, hat unterwegs den Dritten aufgenommen und beide in Celle abgesetzt. Der Bruder habe den Dritten in einem Rollstuhl geschoben.

Der Angeklagte wartete im Fluchtfahrzeug. Bewaffnet betraten die beiden anderen das Geschäft, in dem laut Aussage des Inhabers Ware im Wert von rund zwei Millionen Euro lagerte. Dort habe sich der Mann aus dem Rollstuhl auf die Ehefrau gestürzt, um diese zu würgen und zu fesseln. Der Juwelier habe den Verkaufsraum betreten und sei von dem Bruder bedroht worden. Der Geschäftsinhaber schoss auf beide Täter. Der Bruder starb am Tatort, der weitere Beteiligte erlag später seinen Verletzungen.

Das Verfahren gegen den Ladeninhaber wegen Totschlags war eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ging davon aus, dass der Senior in Notwehr gehandelt hatte. Die Identität eines vierten Mannes ist nicht geklärt. "Bei ihm dürfte es sich um die Person handeln, die die genauen Standortdaten des Geschäftes den Komplizen übermittelte", sagte die Richterin. Der Angeklagte habe mit diesem Mann kurz nach dem Raub im Bereich der Celler Stechbahn telefoniert.

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