Sie sind hier: Home > Regional >

Polizeinachwuchs legt Eid auf die Verfassung ab

Oldenburg  

Polizeinachwuchs legt Eid auf die Verfassung ab

16.07.2021, 05:42 Uhr | dpa

Polizeinachwuchs legt Eid auf die Verfassung ab. Eine Polizeibeamtin steht im Innenhof einer Polizeiinspektion

Eine Polizeibeamtin steht im Innenhof einer Polizeiinspektion. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Sie sind fit, haben einen schwierigen Aufnahmetest bestanden und ihr erstes Studienjahr hinter sich. Und sie bereiten sich darauf vor, Recht und Gesetz in Niedersachsen zu schützen. Über 600 angehende Kommissarinnen und Kommissare der Polizei sind am Freitag in Oldenburg auf das Grundgesetz und die niedersächsische Verfassung vereidigt worden.

"Als Polizeibeamtinnen und –Beamte werden Sie nach Ihrer Ausbildung immer auch Botschafterinnen und Botschafter, Verteidigerinnen und Verteidiger der Demokratie und des Rechtsstaats sein", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei der Zeremonie. Auf dem Sportplatz der örtlichen Polizeiakademie legten 265 Frauen und 336 Männer den Eid ab. Sie haben das erste von drei Studienjahren des Bachelor-Studiengangs der Akademie absolviert.

Niedersachsen sieht sich bei seinem Polizeinachwuchs gut aufgestellt. Die Polizeiakademie arbeitet an den drei Standorten Nienburg, Oldenburg und Hann. Münden. Sie bietet nach eigenen Angaben im Regelfall 500 bis 800 Studienplätze jährlich an. Zum 1. Oktober 2021 sollen 450 Studentinnen und Studenten ihre Ausbildung beginnen.

Bewerberinnen und Bewerber gibt es genug. In den vergangenen zehn Jahren haben sich jeweils etwa 5100 junge Leute an dem mehrstufigen Auswahlverfahren versucht. Als größte Hürde hat sich dabei der viereinhalbstündige Computer-Eignungstest erwiesen. Er prüft auf Deutsch- und Mathematik-Kenntnisse, Merkvermögen und Denkschnelligkeit. Jeder zweite Bewerber scheidet hier aus. Jeder Fünfte ist generell nicht gesund genug, am speziellen Sporttest scheitert jeder Zehnte. Die Verfassungstreue der Bewerberinnen und Bewerber werde im Einstellungsverfahren "mehrfach intensiv hinterfragt und überprüft", heißt es. Bei Zweifeln würden sie ausgeschlossen.

Im Einstellungsjahrgang 2020 habe der Frauenanteil mit 43,3 Prozent so hoch gelegen wie noch nie, teilte die Polizeiakademie mit. Auch zum kommenden Ausbildungsbeginn am 1. Oktober 2021 liege der Anteil an Bewerberinnen mit 40,1 Prozent wieder auf hohem Niveau. Das zeige, dass das Nachwuchsmarketing "die Zielgruppe erfolgreich in ihrer Diversität" anspreche. "Spezielle Werbemaßnahmen für Frauen werden daher nicht ergriffen."

Von den am Freitag vereidigten Polizeikräften haben 86 einen Migrationshintergrund, das sind etwa 14 Prozent. Für das nächste Ausbildungsjahr liege der Anteil an Bewerbern und Bewerberinnen aus Zuwandererfamilien bei 22,5 Prozent. Dies entspreche etwa dem Anteil der Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln. Auch hier zeigt sich nach Auffassung der Akademie, dass die Nachwuchswerbung eine Vielfalt von Interessenten erreiche. "Aus diesem Grund werden keine expliziten Werbemaßnahmen für Personen mit Migrationshintergrund getroffen."

Dass Auswahl und Ausbildung junger Polizisten in Niedersachsen funktionieren, sieht auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) so. Das Land könnte aber ins Hintertreffen geraten, weil es weniger als andere zahle, sagte der Landesvorsitzende Dietmar Schilff der dpa. "Bei unseren Nachbarn verdienen zum Beispiel die Kolleginnen und Kollegen in Nordrhein-Westfalen und Hamburg besser. Wir sehen die Gefahr, dass einige Bewerber dann andere Bundesländer vorziehen."

Für die Besoldung sei das Finanzministerium zuständig, heißt es im Innenministerium in Hannover. Es bestätigt aber, dass die Polizeizulage auf den Ländertariflohn in Niedersachsen und sechs anderen Bundesländern am niedrigsten ausfällt. Die hohe Bewerberzahl zeige aber, dass die Einstiegsgehälter "offenkundig nicht das ausschlaggebende Kriterium für die Bewerbung" seien.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: