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Tödliche Geburtstagsparty: Prozess um Messerattacke

Stralsund  

Tödliche Geburtstagsparty: Prozess um Messerattacke

20.07.2021, 01:38 Uhr | dpa

Tödliche Geburtstagsparty: Prozess um Messerattacke. Justitia

Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Wegen einer tödlichen Messerattacke auf einer Geburtstagsfeier muss sich seit Dienstag ein 31-jähriger Mann aus Greifswald vor dem Landgericht Stralsund verantworten. Zum Prozessauftakt lehnte es der Angeklagte ab, sich zu der Anklage und auch sonst irgendwie vor Gericht zu äußern. Allerdings schilderte ein Zeuge, der damals die Feier ausrichtete und dabei lebensgefährlich verletzt wurde, viele Details des blutigen Vorfalls. "Es war wie in einem schlechten Horrorfilm", sagte der Greifswalder.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, am 25. Januar bei der Geburtstagsfeier mit drei Beteiligten in einer Wohnung in Greifswald unter Drogeneinfluss erst den mit ihm befreundeten Jubilar mit einem Cuttermesser schwer verletzt und dann einen weiteren Bekannten getötet zu haben. Vor Gericht muss sich der Angeklagte wegen Totschlags und versuchten Mordes verantworten.

"Wir hatten noch nicht viel getrunken als es passierte", sagte der beschäftigungslose Zeuge, der damals 31 Jahre alt wurde. Der Angeklagte sei plötzlich aufgestanden, habe sich eine Wasserpfeife gestopft und diese ihm direkt vor das Gesicht gehalten und angezündet. Das sei merkwürdig gewesen. Plötzlich habe er zugestochen. "Ich dachte, mich hätte was am Hals gebissen", sagte der Zeuge. Dann habe der andere Gast den Angreifer weggezogen und sei dabei tödlich verletzt worden. Schließlich habe der Jubilar den Angreifer zu Boden ringen können, bis die Polizei kam. Ein Nachbar hatte den Lärm gehört und den Notruf gewählt.

Der beschäftigungslose Angeklagte sei schon längere Zeit unzufrieden gewesen, erklärte der Zeuge. Wenige Tage vorher seien dem Mann Handys gestohlen worden und da habe er erklärt, dass er nochmal jemanden umbringe. Trotzdem habe niemand mit so einer Messerattacke gerechnet.

Nach Angaben des Landgerichts stand der Angeklagte zur Tatzeit unter Führungsaufsicht. Er war wegen dreifacher räuberischer Erpressung erst im September 2020 vom Amtsgericht Greifswald zu eineinhalb Jahren Haft und einem Drogenentzug verurteilt worden. Der gebürtige Rostocker, der erst vor ein paar Jahren nach Greifswald kam, hatte Passanten beraubt, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt, was Führungsaufsicht zur Folge hatte. Er sollte sich ambulant um einen Entzug bemühen.

Der mutmaßliche Täter hat keinen Beruf gelernt, ist laut Anklage drogenabhängig und gilt als "eingeschränkt schuldfähig". In dem Prozess beurteilen eine Gerichtsmedizinerin noch genauer die Verletzungen und ein Psychiatrieexperte den Zustand des Angeklagten und seine Drogenabhängigkeit. Der Prozess wird am 29. Juli fortgesetzt. Dann sollen die Gutachten vorgestellt werden. Mit einem Urteil wird frühestens am 19. August gerechnet.

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