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Entschlüsselte Handys überführen mutmaßliche Kriminelle

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Entschlüsselte Handys überführen mutmaßliche Kriminelle

20.07.2021, 11:43 Uhr | dpa

Im Zuge bundesweiter Ermittlungen nach der Entschlüsselung von Kryptohandys durch französische Experten sind in Mecklenburg-Vorpommern bislang zwölf mutmaßliche Drogen-Kriminelle verhaftet worden. Zudem seien seit Mitte 2020 in dem Zusammenhang drei Kilogramm Kokain, sechs Kilogramm Marihuana und auch Waffen - darunter eine Kalaschnikow - beschlagnahmt worden, teilte das Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag an seinem Sitz in Rampe bei Schwerin mit. Fast drei Millionen Euro Vermögenswerte wurden demnach eingezogen oder eingefroren.

Im jüngsten Fall sind den Angaben zufolge im Juni in Vorpommern fünf Verdächtige wegen Verdachts auf Drogenhandel verhaftet worden. Allein dabei gehe es um 5,7 Kilogramm Marihuana, so das LKA. Weitere Ermittlungen brachten demnach den deutschen Hauptbeschuldigten mit weiteren Drogen aus einem andere Verfahren in Verbindung. Dabei gehe es um vier Kilogramm Marihuana, ein Kilogramm Amphetamin und rund 8800 Ecstasy-Pillen, hieß es. Die entschlüsselten Daten seien sehr wichtig für die Ermittler.

Auch ein Drogen-Prozess, der aktuell am Landgericht Neubrandenburg läuft, geht laut LKA unter anderem auf das Auslesen von Daten des Anbieters Encrochat zurück. Die Daten hatte Deutschland im vergangenen Jahr von französischen Ermittlern bekommen. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 59 Jahre und dem 39 Jahre alten Angeklagten vor, von April bis November 2020 größere Mengen an Rauschgift in präparierten Autos aus den Niederlanden geholt und damit gehandelt zu haben (Az.: 23 KLs 7/21).

Mit Hilfe der Encrochat-Daten sind in der EU bisher mehr als 1800 mutmaßliche Drogenhändler und andere Tatverdächtige aufgeflogen. Laut Bundeskriminalamt wurden in Deutschland 750 Haftbefehle vollstreckt. An deutschen Gerichten laufen mehrere Prozesse dazu. Das Landgericht Schwerin verurteilte laut LKA bereits einen Täter am 30. Juni zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Das Urteil ist dem Landgericht zufolge aber noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte habe Revision eingelegt, sagte ein Gerichtssprecher (Az: 133 Js 244 86/20).

Die Rauschgiftkriminalität nimmt dem LKA zufolge im Nordosten seit Jahren immer weiter zu. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Ermittler 8739 Fälle. Das seien 4,6 Prozent mehr als im Jahr davor und es sei damit ein neuer Höchststand erreicht worden. Der Anteil der Rauschgiftkriminalität an der gesamten festgestellten Kriminalität im Land betrug 2020 demnach 8,2 Prozent nach 7,5 Prozent im Jahr davor.

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