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Teils "wie in Kriegsgebiet": Schäden unbekannt

Euskirchen  

Teils "wie in Kriegsgebiet": Schäden unbekannt

22.07.2021, 16:41 Uhr | dpa

Teils "wie in Kriegsgebiet": Schäden unbekannt. Nach dem Hochwasser in Nordrhein-Westfalen

Ein Ortseingangsschild zu dem Ort liegt auf der Seite. Foto: David Young/dpa (Quelle: dpa)

Die Schäden in dem schwer vom Hochwasser getroffenen Kreis Euskirchen können noch nicht beziffert werden. Es gebe eine "unglaubliche Zerstörung von Infrastruktur" wie Straßen, Brücken und Gebäuden, sagte Landrat Markus Ramers (SPD) am Donnerstag in Euskirchen, eine Woche nach Beginn der Notlage. Es gebe immer noch Ausfälle im Strom- und Kommunikationsnetz. In dem ländlich geprägten Kreis im Südwesten von Nordrhein-Westfalen gibt es nach Angaben der Polizei 26 bestätigte Todesfälle.

Die durch Starkregen und Hochwasser in Flüssen ausgelösten Zerstörungen seien unterschiedlich verteilt, sagte Ramers. Alle Kommunen seien betroffen, aber in ungleichem Ausmaß. In manchen Dörfern fühle man sich wie in einer Urlaubsregion, "und zwei Kilometer weiter sieht es aus wie in einem Kriegsgebiet", sagte Ramers. Angesichts der großen Zerstörung werde neben der bereits zugesagten Unterstützung weitere Hilfe folgen müssen. Es handele sich um eine Jahrtausendkatastrophe. Man werde manche Orte nicht wiedererkennen können.

Die Steinbachtalsperre, ein Brennpunkt im Kreis, sei inzwischen leergepumpt, berichtete Ramers. Dort waren, nachdem die Dammkrone übergelaufen war, wegen eines drohenden Dammbruchs mehrere Tausend Menschen tagelang aus ihren Wohnorten evakuiert.

Ein weiterer Brennpunkt sei das Schleidener Tal gewesen, berichtete Kreisbrandmeister Peter Jonas. Dort saßen wegen der Wassermassen Menschen in ihren Häusern fest. Sie mussten mit Booten gerettet werden. Das malerische Bad Münstereifel war ein weiterer Einsatzschwerpunkt. Zeitweise seien im Kreisgebiet mehr als 600 Notrufe pro Stunde eingegangen. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge seien zerstört, unter anderem hätten elf Löschfahrzeuge teils bis zum Dach im Wasser gestanden.

Der Kreis hatte nach eigenen Angaben schon Tage vor dem Katastrophenfall vor Starkregenfällen mit Hilfe zweier Warnapps gewarnt und außerdem später an Brennpunkten mit Sirenenalarm. Die Feuerwehr habe auch mit Lautsprecherdurchsagen gewarnt. Das Kreishaus war zeitweise per Telefon nicht mehr zu erreichen, Mobilfunknetz und Internet waren zusammengebrochen. Es sei eine Ausnahmesituation gewesen. Ramers sagte, man müsse überlegen, wie digitale Informationswege abgesichert und krisenfester gemacht werden könnten. Die Informationspolitik sei unzureichend gewesen, weil es die technischen Gegebenheiten nicht anders ermöglicht hätten.

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