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Lebenslange Haft: "Erniedrigung, Demütigung und Quälerei"

Darmstadt  

Lebenslange Haft: "Erniedrigung, Demütigung und Quälerei"

23.07.2021, 17:19 Uhr | dpa

Lebenslange Haft: "Erniedrigung, Demütigung und Quälerei". Justitia

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Zwei lebenslange Freiheitsstrafen wegen Mordes hat das Landgericht Darmstadt am Freitag gegen eine 50 Jahre alte Mutter und ihren 26 Jahre alten Sohn verhängt. Der Sohn hatte nach Ansicht der Richter im August 2016 auf Weisung seiner Mutter eine 55 Jahre alte Frau umgebracht, die in der Frankfurter Wohnung der beiden wohnte. Ein weiterer Angeklagter (24), ein Ex-Freund der Tochter der 50-Jährigen, wurde zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Seine Strafe ist eine Jugendstrafe, da er 2016 unter 21 Jahre alt war.

"Es war ein Mord nach jahrelanger Erniedrigung, Demütigung und Quälerei", sagte der Richter und erinnerte daran, dass die Getötete in der Küche wohnen musste und von Mutter und Sohn aus nichtigen Anlässen misshandelt worden sei. 2016 sei man ihrer überdrüssig geworden. Da sie aber nicht auszog, habe man sie ermordet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 24 Jahre alte Angeklagte, der auch zeitweise in der Wohnung lebte, hatte auf Weisung der Mutter die 55-Jährige festgehalten, während der Sohn sie mit einer Tüte erstickte.

Die Leiche hatten die Angeklagten, die alle Deutsche sind, in einem Regenüberlaufbecken in Frankfurt Nieder-Eschbach abgelegt. 2016 gab es erste Hinweise auf die Mutter als Bekannte der Toten. Aber erst Ende 2019 konnten DNA-Spuren an der Toten dem heute 24-Jährigen zugeordnet werden. Die jungen Männer hatten daraufhin Geständnisse abgelegt und die Mutter als Anstifterin belastet.

Die Angeklagte hatte vor Gericht erklärt, wegen Alkohol- und Medikamentenkonsums nichts mitbekommen zu haben. Die manipulativ agierende Mutter mit sadistischen Neigungen habe ein Gespür für verletzliche Personen, erläuterte der Vorsitzende Richter Marc Euler. Das spätere Opfer sei im Jahr 2011, nachdem sie Ehemann und Arbeitsplatz verloren hatte, an die heute 50-Jährige geraten.

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