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"Lydia die Erste": FDP setzt bei Parteitag auf Hüskens

Magdeburg  

"Lydia die Erste": FDP setzt bei Parteitag auf Hüskens

24.07.2021, 12:45 Uhr | dpa

"Lydia die Erste": FDP setzt bei Parteitag auf Hüskens. Lydia Hüskens

FDP-Landesvorsitzende Lydia Hüskens hält eine Rede auf dem Landesparteitag der FDP Sachsen-Anhalt. Foto: Heiko Rebsch/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Mit nur einer Gegenstimme hat die FDP auf ihrem Landesparteitag die bisherige amtierende Co-Vorsitzende Lydia Hüskens zur neuen Vorsitzenden gewählt. "Ich bin schlicht überwältigt", sagte Hüskens nach ihrer Wahl am Samstag. "Das ist ein enormer Vertrauensvorschuss, ich bin der Partei wahnsinnig dankbar." Die 57-Jährige hatte die Liberalen bei der Landtagswahl am 6. Juni als Spitzenkandidatin nach zehn Jahren zurück in den Landtag geführt. Den Landesverband hatte sie seit dem Rückzug von Ex-Chef Frank Sitta im September bereits geschäftsführend gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Marcus Faber geleitet.

Hüskens hat damit nun als einzige Politikerin in Sachsen-Anhalt sowohl Partei- als auch Fraktionsvorsitz inne, alle anderen Parteien trennen diese Ämter. "Lydia die Erste von Sachsen-Anhalt" nannte der FDP-Landtagsabgeordnete Johann Hauser seine neue Chefin auf dem Parteitag scherzhaft. Hauser und zahlreiche andere Rednerinnen und Redner lobten Hüskens für ihren Wahlkampf, sie wiederum dankte den Wahlkämpferinnen.

In der Partei will die neue Vorsitzende nun die Euphorie aus der Landtagswahl nutzen, um auch in der Fläche zu wachsen. Es gebe noch weiße Flecken auf der kommunalpolitischen Landkarte Sachsen-Anhalts, die wolle sie "tief gelb" färben, sagte die neue Vorsitzende. Das wolle sie vor allem durch Präsenz erreichen. Besonders erfolgreich seien zuletzt die FDP-Kreisverbände gewesen, die mit ihren Veranstaltungen eine möglichst breite Öffentlichkeit angesprochen und auch Nicht-Mitgliedern das Mitmachen ermöglicht haben. In Ideen-Werkstätten und anderen interaktiven Formaten will Hüskens außerdem auch Menschen für die FDP rekrutieren, die die Liberalen bisher nicht erreicht haben.

Wie lange Hüskens die Doppelrolle als Fraktions- und Parteichefin ausübt, ist allerdings ungewiss: Als klare Nummer eins ihrer Partei wäre sie die logische Wahl für einen Ministerinnenposten in einer schwarz-rot-gelben Landesregierung, über die CDU, SPD und FDP in Magdeburg seit Anfang der Woche verhandeln.

Hüskens äußert sich derzeit noch nicht zu ihren eigenen Ambitionen, als Ministerin müsste sie den Fraktionsvorsitz wieder abgeben. Als weiterer FDP-Anwärter auf einen Platz im Kabinett Haseloff III gilt Andreas Silbersack, der bei der Landtagswahl auf Platz 2 kandidiert hatte. Bei der Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden bekam der Abgeordnete aus Halle allerdings nur 60 von 100 Stimmen und 40 Nein-Stimmen. Offiziell geht es bei den Koalitionsverhandlungen bisher ohnehin nicht um die Posten.

Die Arbeit in den elf Themengruppen komme bisher reibungsloser voran als vorher angenommen, sagte Hüskens am Wochenende. "Ich bin im Augenblick deutlich optimistischer als am Wahlabend", sagte sie über die mögliche Zusammenarbeit mit CDU und SPD. "Uns eint das Ziel, Politik für Sachsen-Anhalt zu machen und das Land voranzubringen." Unmittelbar nach der Wahl hatte sich Hüskens zunächst skeptisch über ein Bündnis mit CDU und SPD geäußert, da beide auch ohne die FDP schon auf eine knappe Mehrheit kämen.

In den Verhandlungsrunden, an denen sie teilgenommen hat, sei ausgesprochen ernsthaft und zielorientiert gearbeitet worden, sagte Hüskens. Sie merke in ihren Arbeitsgruppen, dass es den Teilnehmern nicht um kurzfristige Erfolge für ihre Parteien gehe. Hüskens verhandelt für die FDP unter anderem das Thema Finanzen, das als größter Brocken auf dem Weg zu einer schwarz-rot-gelben Koalition gilt. Bis zum 8. August wollen sich die Parteien auf einen Vertragsentwurf einigen.

Unter anderem die Finanzen sowie einzelne Fragen in den Bereichen Soziales und Wirtschaft galten als Streitpunkte zwischen den Verhandlungspartnern. "Das sind noch offene Punkte, da haben wir noch einiges zutun, aber auch da merkt man, dass alle drei Parteien an Lösungen interessiert sind und daran, aufeinander zuzugehen."

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