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Wohnungsunternehmen in MV stocken Investitionen auf

Schwerin  

Wohnungsunternehmen in MV stocken Investitionen auf

29.07.2021, 14:26 Uhr | dpa

Der kommunale Wohnungsbau reagiert nach Angaben des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) mit hohen Investitionen auf den örtlichen Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Mecklenburg-Vorpommern. Die im Verband zusammengeschlossenen Unternehmen hätten im Vorjahr im Nordosten 458 Millionen Euro in Neubau, Instandhaltung und Sanierung investiert. "In diesem Jahr sind Investitionen in Höhe von rund 573 Millionen Euro geplant - also ein Plus von rund 115 Millionen Euro", sagte Verbandsdirektor Andreas Breitner am Donnerstag zum Abschluss der Dialogtour über die "Zukunft des Wohnens".

Die über das gesamte Land verteilten Gesprächsrunden hatte Bau- und Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) initiiert. Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie bezahlbarer Wohnraum geschaffen und zugleich eine soziale Durchmischung in den Wohnquartieren erreicht werden kann. Mit Unterstützung des Landes solle modellhaft in Rostock Schwerin und Greifswald versucht werden, dem dort besonders stark zu spürenden Trend der Entmischung entgegenzuwirken. "Ziel ist, dass unsere Wohnviertel von Menschen verschiedener Berufs- und Altersgruppen sowie Herkunft bewohnt werden, also gut durchmischt sind", sagte Pegel. Es müsse deshalb für verschiedene Einkommen bezahlbaren und komfortablen Wohnraum geben.

Laut Pegel wurde der Wohnungsbau im Land in den zurückliegenden fünf Jahren mit knapp 100 Millionen Euro von Bund und Land gefördert. Die Hälfte der Mittel sei dabei in den sozialen Wohnungsbau geflossen. Damit sollten etwa 1000 Wohnungen geschaffen werden, die an Mieter mit geringerem oder mittlerem Einkommen vergeben werden und einer Mietpreisbindung unterliegen. Allerdings sei der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum deutlich größer.

Breitner bezeichnete das Bauprojekt "Am Rosengarten" in Rostock, für das erst jüngst Richtfest gefeiert worden war, als einen "Leuchtturm für das bezahlbare Wohnen". Dort würden zentrumsnah in vier sechsgeschossigen Stadthäusern 154 energetisch effiziente und äußerst attraktive Wohnungen entstehen. "Das sind erfreuliche Perspektiven für die Menschen, die künftig hier leben werden. Sie erhalten für einen Mietpreis von sechs bis elf Euro pro Quadratmeter nicht nur ein neues Dach über dem Kopf, sondern ein Zuhause, das keine Wünsche offen lässt", zeigte sich Breitner überzeugt. Die Wohngebäude lägen in einem parkähnlichen Areal mit Mietergärten und Spielflächen.

Für die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften stünden Bau und Unterhalt bezahlbarer Wohnungen im Mittelpunkt. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liege mit 5,36 Euro pro Quadratmeter deutlich unter dem allgemeinen Mietniveau in Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kämen Nebenkosten von durchschnittlich 2,47 Euro pro Quadratmeter, so Breitner. Allerdings befinden sich in den Beständen auch zahlreiche Plattenbauten.

Breitner appellierte an die Landesregierung, angesichts von Materialmangel und Preisanstieg so rasch wie möglich den Dialog mit der Bau- und Wohnungswirtschaft zu suchen. "Wir brauchen Verabredungen, die sicherstellen, dass zumindest die im Bau befindliche Wohnungsbauprojekte wie geplant weitergeführt werden können." Doch stellte Breitner der Schweriner SPD/CDU-Koalition für ihre Wohnungspolitik in der ablaufenden Legislaturperiode ein positives Zeugnis aus. "Sie hat ihre Politik korrigiert und den Erfordernissen angepasst", stellte Breitner fest.

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