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Hotspot Salzgitter? Stadt beruhigt nach Ausbruch an Schule

Salzgitter  

Hotspot Salzgitter? Stadt beruhigt nach Ausbruch an Schule

03.08.2021, 15:42 Uhr | dpa

Hotspot Salzgitter? Stadt beruhigt nach Ausbruch an Schule. Ein Abstrichstäbchen wird in die Kamera gehalten

Ein Abstrichstäbchen wird in die Kamera gehalten. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Trotz deutlich gestiegener Infektionszahlen nach einem Corona-Ausbruch an einer Grundschule will die Stadt Salzgitter das öffentliche Leben nicht herunterfahren. Die Inzidenzwerte seien nicht mehr der richtige Maßstab für die Beurteilung der Infektionslage, sagte Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU). Der Niedersächsische Städtetag habe dies schon vor Monaten deutlich gemacht. Vielmehr seien die Impfquote und die Auslastung der Intensivstationen zu berücksichtigen. In den beiden Krankenhäusern in Salzgitter werden nach Behördenangaben derzeit jeweils zwei Covid-19-Patienten behandelt, jedoch nicht auf der Intensivstation.

Nach der positiven Testung eines Kindes an einer Grundschule am 16. Juli wurden nach und nach sechs Klassen unter Quarantäne gestellt. Salzgitter hatte nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Dienstag eine Inzidenz von 60,4 - den bundesweit höchsten Wert. Bei dem Grundschul-Ausbruch wurde ausschließlich die Delta-Variante festgestellt. Sie gilt als deutlich ansteckender. Das Infektionsgeschehen habe sich ähnlich wie zuvor in Lüneburg im privaten Bereich weitergetragen, erklärte die Stadt weiter. Der Landkreis Lüneburg hatte nach einem Ausbruch bei einer Abifeier ebenfalls vorübergehend den höchsten Inzidenzwert in Deutschland.

Weil in Salzgitter drei Tage hintereinander die Schwelle von 50 überschritten wurde, greifen strengere Kontaktbeschränkungen. Ein Haushalt darf sich nur noch mit zwei weiteren Personen eines anderen Haushalts treffen - Geimpfte, Genesene und unter 14-Jährige werden nicht mitgezählt. Das Gesundheitsamt der Stadt testet alle Menschen in der Quarantäne drei Mal mit einem PCR-Test, was nicht überall üblich ist - möglicherweise wurden auch deshalb so viele infizierte Eltern und Geschwister im Stadtteil Lebenstedt entdeckt.

Nach der Ende Juli geänderten niedersächsischen Corona-Verordnung ist es der Kommune möglich, auf weitere Einschränkungen etwa im Bereich Sport, Kultur oder Gastronomie zu verzichten. Diese Bereiche werden von Verschärfungen ausgenommen, weil sie nicht Infektionstreiber seien, sagte Klingebiel. Die Schule ist ohnehin geschlossen, die niedersächsischen Sommerferien enden erst am 1. September.

Die Stadt verwies am Dienstag auch darauf, dass Salzgitter bisher einen deutlich geringeren Anteil an Corona-Toten hatte als zum Beispiel der Landkreis Goslar. Dies könne an der strengen Teststrategie oder an der vergleichsweise jungen Bevölkerung aufgrund von Zuwanderung liegen.

Ein Herunterfahren des öffentlichen Lebens sowie Grundrechtseinschränkungen nur um der Inzidenzzahlen willen seien völlig falsch, betonte Oberbürgermeister Klingebiel. Notwendig seien klare Regelungen mit Blick auf die anstehende vierte Welle. "Wir brauchen eine Akzeptanz in der Bevölkerung."

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