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Wasserhosen am Bodensee: Tornados könnten stärker werden

Langenargen  

Wasserhosen am Bodensee: Tornados könnten stärker werden

04.08.2021, 16:03 Uhr | dpa

Wasserhosen am Bodensee: Tornados könnten stärker werden. Wasserhose über dem Bodensee

Eine Wasserhose fegt vor Friedrichshafen über den Bodensee. Foto: Dr. Christoph Sommergruber/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Wasserhosen, wie sie jüngst über dem Bodensee gesichtet wurden, könnten künftig durch den Klimawandel stärker werden. "Man geht davon aus, dass Tornados durch mehr Energie in der Atmosphäre heftiger werden", sagte am Mittwoch der Tornado-Experte des Deutschen Wetterdienstes, Andreas Friedrich. Solche Windschläuche würden sich als Wasserhosen auch über größeren Seen in Deutschland wie dem Bodensee, dem Chiemsee oder dem Starnberger See immer wieder bilden.

In Deutschland würden pro Jahr zwischen 20 und 60 Tornados gemeldet, sagte Friedrich. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, allerdings wohl nicht wegen des Klimawandels: "Die Dunkelziffer hat abgenommen, mit Webcams und Handykameras werden diese Ereignisse öfter beobachtet als früher." Die Hauptsaison für Tornados liege im Spätsommer und Herbst.

Am Sonntagabend waren in Langenargen am Bodensee gleich zwei solcher Wasserhosen gesichtet worden. Mehrere Medien berichteten darüber. Für die Bildung solcher Tornados müssten mehrere Faktoren zusammenkommen, betonte Experte Friedrich: starke Temperaturunterschiede, Regenwolken, die nicht mehr als einen Kilometer über der Oberfläche hängen, feuchte Luft und verschiedene Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen. "Das muss mindestens über einige Minuten verhanden sein", sagte Friedrich.

In Langenargen richteten die beiden Wasserhosen keine größeren Schäden an. Wie gefährlich solche Tornados sind, lässt sich laut Friedrich nicht pauschal sagen: "Das hängt von der Stärke ab. Es kann sein, dass eine Wasserhose auf Land trifft. Dort kann sie wie ein Tornado Schäden anrichten." Wer die Bildung eines solchen Wolkenrüssels beobachte, solle die betroffene Region in jedem Fall meiden, riet Friedrich.

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