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Eine Tote und 13 verletzte Fahrgäste bei Linienbus-Unfall

Langenhagen  

Eine Tote und 13 verletzte Fahrgäste bei Linienbus-Unfall

09.08.2021, 20:50 Uhr | dpa

Eine Tote und 13 verletzte Fahrgäste bei Linienbus-Unfall. Polizei Blaulicht bei Unfallaufnahme

Polizei Blaulicht bei Unfallaufnahme. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Nach einem schweren Linienbus-Unfall mit einer Toten und 13 verletzten Fahrgästen ermittelt die Polizei gegen den Busfahrer wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der Unfall ereignete sich am Montagabend auf einer Kreuzung mit ausgeschalteter Ampel in Langenhagen bei Hannover. Ein Sattelzug stieß frontal in die Fahrerseite des Gelenkbusses. Nach den bisherigen Ermittlungen hätte der Busfahrer dem Lkw-Fahrer Vorfahrt gewähren müssen, weil dieser sich auf der Hauptstraße befand. Eine 29-Jährige, die in dem Bus gestanden hatte, wurde durch ein Seitenfenster herausgeschleudert, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Obwohl Ersthelfer und Rettungskräfte sofort versuchten, die Frau aus Garbsen wiederzubeleben, erlag sie noch am Unfallort ihren Verletzungen.

Von den insgesamt 16 Fahrgästen der Linie 480 wurden zudem 13 verletzt, darunter drei Kinder. Ein vierjähriges Mädchen musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden, daneben gab es zwei weitere schwer verletzte Passagiere. Der 46 Jahre alte Fahrer der Sattelzugmaschine wurde ebenfalls mit Verletzungen in eine Klinik gebracht. Der 45-jährige Busfahrer wurde leicht verletzt. Zuvor war von noch mehr Verletzten ausgegangen worden.

Den Ermittlungen zufolge war die Ampelanlage zum Unfallzeitpunkt gegen 18.20 Uhr ausgeschaltet. Dies hätten Zeugenaussagen und die Auswertung technischer Aufzeichnungen ergeben. In diesem Fall gelten die an den Ampelmasten angebrachten Verkehrsschilder. Der Busfahrer hätte dem Sattelzug Vorfahrt gewähren müssen, erklärte die Polizei. Im Fall einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung drohen dem 45-Jährigen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. "Wir wollen beide Fahrer so schnell wie möglich befragen", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

"Es ist ein schwarzer Tag für den Nahverkehr in Hannover", sagte der Sprecher der hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra, Udo Iwannek. Er habe in den vergangenen Jahren keinen solch schweren Unfall im Nahverkehr in Hannover erlebt. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Getöteten und bei den Verletzten." Die Buslinie 480 wurde dem Üstra-Sprecher zufolge von einem Subunternehmen bedient. Dies sei gerade im äußeren Bereich des Liniennetzes seit vielen Jahren üblich.

"Wir sind in Gedanken bei den Familienangehörigen der getöteten Dame und den zahlreichen Verletzten", sagte auch der Geschäftsführer der DAU Bus GmbH, Werner Leistner. Der Fahrer sei kein Berufsanfänger gewesen, die Linie sei ihm bekannt gewesen. Der Busunternehmer bedankte sich auch bei den Rettern.

Die Kreuzung nördlich von Hannover blieb am Montag bis zum späten Abend gesperrt. Neun Rettungswagen, mehr als zehn Polizeifahrzeuge und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Der Verkehrsunfalldienst sicherte Unfallspuren und fertigte zur Rekonstruktion eine detaillierte Übersicht des Einsatzortes mittels eines 3D-Scanverfahrens an. Der Sattelzug - eine Maschine ohne Auflieger - war nach der Kollision mit dem Bus gegen ein Verkehrszeichen und einen Ampelmast geprallt.

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