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Joschka Fischer: EU hat Osterweiterung zu wenig genutzt

Frankfurt (Oder)  

Joschka Fischer: EU hat Osterweiterung zu wenig genutzt

16.08.2021, 14:48 Uhr | dpa

Joschka Fischer: EU hat Osterweiterung zu wenig genutzt. Wahlkampf Bündnis 90/Die Grünen

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen und Joschka Fischer, ehemaliger Außenminister. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/dpa (Quelle: dpa)

Frankfurt (Oder) - Die Europäische Union hat nach Ansicht des ehemaligen Außenministers Joschka Fischer (Grüne) die Osterweiterung nicht wirklich genutzt, um noch mehr zusammenzuwachsen. "Ich denke, darunter leiden wir bis heute", sagte Fischer am Montag in Frankfurt (Oder) mit Blick etwa auf die Ukraine oder Belarus. Der Politiker unterstützte die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bei ihrem Wahlkampfauftritt in der Oderstadt.

Fischer hob noch einmal die Bedeutung des Beitritts von Polen zur EU vor 17 Jahren und die Rolle Deutschlands als Nachbar hervor. Als Außenminister hatte er am 1. Mai 2004 gemeinsam mit seinem polnischen Amtskollegen Włodzimierz Cimoszewicz symbolisch die Grenze zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice geöffnet. Damals habe es auf beiden Seiten Ängste gegeben, erinnerte er sich. Die Deutschen hätten befürchtet, dass die Polen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen würden und die Polen hätten Angst gehabt, dass ihr Land aufgekauft werde. Beides habe sich nicht bewahrheitet.

"Ich hoffe, dass die Entwicklung so weitergeht, bei allen Schwierigkeiten, die es gibt (...) auch in der europäischen Familie." Gerade als Land in der Mitte Europas spiele Deutschland eine entscheidende Rolle. "Unser Land hat eine große europäische Verpflichtung, das dürfen wir nie vergessen", so Fischer.

Baerbock sagte mit Blick auf Polen, es sei gerade in der Corona-Krise deutlich geworden, was eigentlich ein Zusammenwachsen in Europa bedeute. Man habe seinen Freund auf der anderen Seite oder arbeite grenzüberschreitend, kaufe ein, es gebe eine gemeinsame Wärmeversorgung beider Städte. Das zeige, wie eng die beiden Länder zusammengewachsen seien und was es bedeute, Grenzen wieder zu schließen. Das gemeinsame Europa sei inzwischen selbstverständlich. "Wir brauchen Europa weiter, auch gegen Widerstände", forderte die Grünen-Politikerin. Es gehe darum, Europa "mutig weiterzubauen".

In einem öffentlichen Gespräch im Kleist-Forum in Frankfurt (Oder) hatten Fischer und Baerbock unter anderem über die Frage diskutiert, was es brauche, dass Europa seine Stimme wiederfindet und sich in der Welt Gehör verschafft.

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