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Fußfessel abgeschaltet: Täter gefasst und wieder frei

Stralsund  

Fußfessel abgeschaltet: Täter gefasst und wieder frei

23.08.2021, 08:35 Uhr | dpa

Fußfessel abgeschaltet: Täter gefasst und wieder frei. Blaulicht

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Stralsund (dpa) – Ein Sexualstraftäter hat in Vorpommern wenige Tage nach der Entlassung seine elektronische Fußfessel deaktiviert und damit eine groß angelegte Fahndung ausgelöst. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag erklärte, wurde der 57-Jährige am frühen Morgen nach knapp 20 Stunden widerstandslos auf offener Straße in Stralsund gefasst. Ein Passant hatte den Gesuchten aufgrund der Öffentlichkeitsfahndung erkannt und der Polizei gemeldet.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 57-Jährige, der eine Haftstrafe wegen sexueller Nötigung von Kindern verbüßt hatte, in den 20 Stunden keine neuen Straftaten begangen haben. Deshalb entschied die Staatsanwaltschaft am Dienstag, dass er wieder auf freien Fuß gesetzt wird - mit neuer elektronischer Fußfessel. "Er bekommt noch eine Chance", sagte Sprecher Martin Cloppenburg in Stralsund. Mit der Fußfessel sei der Mann sofort wieder unter Kontrolle. Außerdem müsse er sich wegen Verstoßes gegen die Führungsaufsicht verantworten.

Der 57-Jährige war 2015 von einem Gericht zu einer vierjährigen Haftstrafe und einer Alkoholtherapie wegen sexueller Nötigung von Kindern verurteilt worden. Diese Strafe habe der Mann aus der Region Vorpommern-Rügen vollständig verbüßt. In solchen Fällen wird eine elektronische Fußfessel und Führungsaufsicht angeordnet, um den Mann auch in Freiheit unter Kontrolle zu halten. 

Der Gesuchte war am Montagvormittag zuletzt in einem Supermarkt in Stralsund gesehen worden. Dann war die elektronische Fußfessel vermutlich mit einem Gegenstand durchtrennt worden. Damit lief automatisch ein Alarm bei der ambulanten Straffälligenarbeit Mecklenburg-Vorpommern auf, die solche Fälle betreut. Als er am Dienstagfrüh gefasst wurde, hatte der Mann mehr als zwei Promille Atemalkohol, wie ein Test ergab. 

Solche Verstöße kommen auch bei Straftätern aus anderen Delikten immer mal wieder vor, sagte Cloppenburg. Nicht in jedem Fall gebe es eine Großfahndung. Meist würden die Täter schnell wieder gefasst. Für solche Verstöße gegen das Tragen solcher Fußfesseln kann eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe verhängt werden. Rückfallgefährdete Straftäter müssen sich laut Cloppenburg in solchen Fällen bis zu fünf Jahre nach Strafverbüßung überwachen lassen. Eine Fußfessel werde im Schnitt maximal ein Jahr angeordnet.

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