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Musikinstrumentenbau: Bündnis hofft auf mehr Geld

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Musikinstrumentenbau: Bündnis hofft auf mehr Geld

26.08.2021, 05:23 Uhr | dpa

Musikinstrumentenbau: Bündnis hofft auf mehr Geld. Geld

Eurobanknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration (Quelle: dpa)

Gitarren ohne Tropenhölzer, Trompeten ohne Blei: Der Musikwinkel im Vogtland hofft, zukünftig Instrumente ohne "Problem"-Materialien herstellen zu können. 14 Projekte beschäftigen sich aktuell mit der Frage, wie der Instrumentenbau zukunftsfähig gemacht werden kann, erklärt Erik Lenk vom Institut für Musikinstrumentenbau in Klingenthal. Denn junge Fachkräfte fehlen dem Handwerk, traditionell verwendete Materialien und neue Umweltaspekte machen Sorgen.

Das seit zwei Jahren aktive und mit über vier Millionen Euro aus Bundesmitteln geförderte Bündnis "I-Ma-Tech" koordiniert die aktuellen Ideen und Projekte. "Wir haben wichtige Protagonisten des Instrumentenbaus aus Sachsen zusammengeführt und halten nun Zwischenbilanz", ergänzt Lenk. Das meiste Geld sei bisher in die Erforschung innovativer Materialien geflossen.

Durch die Teilnahme an dem Bundesprogramm "WIR! - Wandel durch Innovation in der Region" könnte neben der bisherigen Förderung noch einmal dieselbe Summe ab 2022 in Aussicht stehen, ergänzt Lenk als Mitarbeiter des Instituts, das die verschiedenen Schritte "I-Ma-Tech" koordiniert. "Wir wollen die Entwicklung dieses wichtigen Industriezweiges in einer ländlichen Region weiter vorantreiben". Weitere Forschungen seien notwendig.

An der TU Dresden - ein Bündnispartner von "I-Ma-Tech" - werde gerade an einem Ersatz für gefährdete Tropenhölzer geforscht, die traditionell für Holzblasinstrumente verwendet werden. Und an der TU Freiberg finde die Suche nach Alternativen für Metallblasinstrumentenbauer statt. Diese mussten bisher auf heute kritisch betrachtete Materialien wie Blei oder Nickel setzen.

Das Institut für Musikinstrumentenbau (IfM) - betrieben durch einen Verein - übernehme dann akustische Messungen der erforschten Materialien. Das IfM genießt den Status eines An-Instituts der Technischen Universität Dresden. Dabei sind die acht Mitarbeiter rechtlich selbstständig, arbeiten aber eng mit der Hochschule in der Landeshauptstadt zusammen.

Die Forschungsergebnisse von I-Ma-Tech sollen später der ganzen Branche zugutekommen, sagt Kerstin Voigt als Mitgründerin und Initiatorin. Denn die Corona-Krise habe den Fachkräftemangel der Instrumentenbauer in der ländlichen Region noch verstärkt. "Es gibt noch weniger Bewerber, Vorstellungsgespräche und Praktika platzen", ergänzt Voigt als Geschäftsführerin von Jürgen Voigt - Meisterwerkstatt für Metallblasinstrumente in Markneukirchen.

Deshalb setzen Einzelprojekte von "I-Ma-Tech" laut Lenk auf neueste Methoden im Bereich neuronale Wissenschaften. An der Hochschule Zwickau werde an Marketingvideos mit Erkenntnissen zum Thema Eye-Tracking geforscht, um Fachkräfte anzulocken. Dabei wird geschaut, worauf Werbekunden zuerst achten. Auch virtuelle Schüler-Praktika seien in Arbeit. "Immer mehr Bündnispartner unterstützen uns inzwischen", ergänzt Lenk. Jüngst seien Handwerkskammern, Tourismusverbände und weitere Forschungseinrichtungen dazugekommen.

Die Branche leide unter einer anhaltenden Auftragsschwäche, ergänzt Voigt. Konzerte fielen aus oder fanden in abgespeckter Form statt. Nur wenige Musiker würden sich in einer solchen Lage ein hochwertiges Instrument neu kaufen. "Da sie in den letzten Monaten weniger gespielt haben, fallen auch weniger Reparaturen bei uns an". Trotzdem musste bisher keine von den knapp 130 Werkstätten des Musikwinkels mit den rund 2500 Beschäftigten in den vergangenen Monaten aufgeben.

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