Sie sind hier: Home > Regional >

Durchsuchungen bei Ermittlungen zu Kochsalz-Injektionen

Schortens  

Durchsuchungen bei Ermittlungen zu Kochsalz-Injektionen

26.08.2021, 08:29 Uhr | dpa

Durchsuchungen bei Ermittlungen zu Kochsalz-Injektionen. Justitia

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges hat die Polizei sechs Gebäude vor allem im Kreis Friesland durchsucht - darunter mehrere Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und das Impfzentrum in Schortens, das vom DRK betrieben wird. Der Verdacht richtet sich gegen fünf DRK-Mitarbeiter, wie die Polizeidirektion Oldenburg am Donnerstag mitteilte. Ihnen wird demnach vorgeworfen, im Zeitraum von Februar bis Juli dieses Jahres mehr Arbeitsstunden von Personal, das im Impfzentrum Schortens eingesetzt wurde, abgerechnet zu haben als tatsächlich geleistet wurden. Wie hoch der entstandene Schaden ist, ist noch unklar.

Die Erkenntnisse, die nun zu den Durchsuchungen führten, gehen auf die Ermittlungsgruppe Vakzin zurück, die zur Aufklärung von möglichen Impfungen mit Kochsalz-Lösungen am Impfzentrum Schortens eingesetzt wurde. Beschuldigt wird dabei eine examinierte Krankenschwester. "Die Ermittlungen hierzu dauern an", teilte die Polizei dazu mit.

Rund 40 Beamte durchsuchten am Donnerstagmorgen in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Oldenburg mehrere Gebäude. Durchsucht wurden Geschäftsräume der DRK-Kreisverbände Jeverland und Varel-Friesische Wehde, des DRK-Landesverbandes Oldenburg sowie Privatwohnungen von DRK-Angestellten. Dabei wurde laut Polizei Beweismaterial wie Aktenordner, PCs, Laptops, Tablets und Mobiltelefone sichergestellt. Die Datenträger sollen nun ausgewertet werden. Der DRK-Kreisverband Jeverland war für eine Stellungnahme zu den Durchsuchungen zunächst nicht zu erreichen.

Wie die Polizei weiter mitteilte, hatten sich bereits aus ersten Stichproben zu Stundenabrechnungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die beim Landkreis Friesland eingereicht wurden, Verdachtsmomente ergeben. Diese deuteten auf einen Schaden im vierstelligen Bereich. Das genaue Schadensausmaß soll nun ermittelt werden.

Die achtköpfige Ermittlungsgruppe Vakzin war erst vergangene Woche von der Polizei eingerichtet worden, um die Ermittlungen in dem Fall möglicher Impfungen mit Kochsalzlösungen voranzutreiben. Der Oldenburger Polizeivizepräsidenten Andreas Sagehorn hatte erklärt, in den vergangenen Wochen und Monaten habe sich der Umfang und die Komplexität dieser Ermittlungen deutlich erhöht. Daher sei es notwendig, die Ermittlungsarbeit breiter aufzustellen.

Ermittelt wird dabei gegen eine examinierte Krankenschwester. Sie hatte eingeräumt, am Impfzentrum in Schortens am 21. April sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Ihr war beim Anmischen ein Fläschchen mit Impfstoff runtergefallen, was sie nach eigener Aussage vertuschen wollte. Am 10. August hatten Kreis und Polizei dann mitgeteilt, dass nach weiteren Zeugenaussagen nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösungen aufgezogen habe. Der Anwalt der Beschuldigten teilte zuletzt mit, die Tat seiner Mandantin am 21. April sei ein Einzelfall gewesen.

Um die möglicherweise fehlenden Impfungen nachzuholen, laufen derzeit als Vorsichtsmaßnahmen Nachimpfungen für rund zehntausend Betroffene im Kreis Friesland. Trotz der Durchsuchungen des Impfzentrums in Schortens liefen dort die Nachimpfungen und die regulären Impfungen am Donnerstag weiter, wie eine Sprecherin des Landkreises sagte.

Zuletzt hatte der "Spiegel" berichtet, dass eine Mitarbeiterin des Impfzentrums bereits fünf Tage vor Bekanntwerden des Falles am 24. April ihre Vorgesetzten beim DRK vor der nun beschuldigten Krankenschwester gewarnt haben soll. Demnach soll die mutmaßliche Impfgegnerin der Zeugin in Chats Texte und Videos mit Verschwörungsfantasien geschickt haben.

Laut "Spiegel" leitete die Zeugin diese Nachrichten an ihre Vorgesetzten weiter, diese sollen aber nicht reagiert haben. Die Polizei machte auf Anfrage dazu keine näheren Angaben. Allgemein teilten die Beamten mit, dass die Abläufe im Impfzentrum grundsätzlich Teil der Ermittlungen seien. Eine Anfrage beim DRK-Kreisverband Jeverland dazu blieb bislang unbeantwortet.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: