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Von Konfrontation zu Kooperation: Weimarer Dreieck wird 30

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Von Konfrontation zu Kooperation: Weimarer Dreieck wird 30

29.08.2021, 02:32 Uhr | dpa

Von Konfrontation zu Kooperation: Weimarer Dreieck wird 30. Weimarer Dreieck

Alexander Kwasniewski, Jacques Chirac und Gerhard Schröder (l-r). Foto: Daniel Karmann/dpa (Quelle: dpa)

Das vor 30 Jahren gegründete außenpolitische Gesprächsformat Weimarer Dreieck hat nach Ansicht einer Historikerin sein grundlegendes Ziel erreicht. In dem Forum zwischen Deutschland, Frankreich und Polen sei es früh darum gegangen, den Weg zu Polens EU-Beitritt zu ebnen, sagte Susanne Rau von der Universität Erfurt der Deutschen Presse-Agentur. Erreicht wurde das im Jahr 2004. Das Weimarer Dreieck steht aber für mehr als das. Heute (11.00 Uhr) wird das Format mit einem Festakt zum 30-jährigen Jubiläum gewürdigt.

Das Dreieck war 1991 bei einem Treffen der damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher, Roland Dumas (Paris) und Krzysztof Skubiszewski (Warschau) im thüringischen Weimar gegründet worden. Deutschland habe damals ein großes Interesse daran gehabt, freundliche Beziehungen zu ehemaligen Ostblock-Staaten aufzubauen, sagte Professorin Rau. Auch Frankreich sei daran interessiert gewesen, seine Präsenz in der Region auszubauen. Außerdem habe es schon zuvor direkte Beziehungen zwischen den Ländern gegeben. Polen habe neben Ungarn schon früh Interesse an einer Westbindung signalisiert.

Dass Weimar als Ort dieses Treffens ausgewählt wurde, sei kein Zufall: "Es wird dabei schon auf die demokratische Tradition der Stadt verwiesen." In Weimar war 1919 die erste Verfassung für eine parlamentarische Demokratie für Deutschland erarbeitet worden. Die Weimarer Republik entstand.

Mittlerweile hätten sich dort auch mehrere Vereine und Initiativen gegründet, die die Idee des Weimarer Dreiecks und der Demokratieförderung weiter in die Zivilgesellschaft trügen, erläuterte die Historikerin.

In den vergangenen Jahren hat das Weimarer Dreieck jedoch zumindest auf der hohen politischen Ebene etwas an Bedeutung eingebüßt. Über mehrere Jahre kam es zu keinen direkten Treffen der Außenminister der drei Länder. Erst im vergangenen Herbst trafen sie wieder zusammen, um das Format neu zu beleben. "Diejenigen, die dieses Format schon abgeschrieben haben, denen können wir sagen, dass wir sie eines Besseren belehren", sagte Deutschlands Außenminister Heiko Maas (SPD) damals nach dem Treffen in Paris.

Die drei Länder beschlossen unter anderem, die Zivilgesellschaft in Belarus unterstützen zu wollen. Auch die Besorgnis über weitere internationale Konflikte und Krisen wurde zum Ausdruck gebracht.

Aus Sicht des Ministerpräsidenten von Thüringen, Bodo Ramelow (Linke), der beim Festakt am Sonntag ein Grußwort sprechen will, braucht es das Format nach wie vor. Das Weimarer Dreieck sei "eine stabile Grundlage für eine starke Stimme Europas in der Welt", sagte er. Angesichts der aktuellen Krisen - von Corona über Afghanistan bis hin zur Klimakatastrophe - brauche es stabile Kommunikationslinien.

Der 30. Geburtstag des Weimarer Dreiecks sei ein guter Anlass, das Format neu zu leben und für Demokratie, Frieden und Freiheit, für Solidarität und soziale Sicherheit in Europa zu werben. Und: "Thüringen sieht sich als Gründungsland des Weimarer Dreiecks in besonderer Weise der Idee dieses Formats verpflichtet."

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